USA: Abwehrschild für Angriffe aus dem Internet

Die US-Regierung will angeblich 50 Milliarden Dollar in ein "virtuelles NMD" stecken.

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  • Florian Rötzer

Trotz des Versprechens großer Steuersenkungen will Präsident Bush nicht nur mit zusätzlichen 14 Milliarden US-Dollar den Verteidigungsetat ausbauen und mit mehr Geld die Cyberkriminalität bekämpfen. Auch für die Schaffung eines "e-government" und die Sicherung der Computerinfrastruktur sind im Haushaltsentwurf für das Jahr 2002 weitere Mittel vorgesehen. Für das Jahr 2002 ist eine Steigerung von 38 Prozent für das Programm zum Schutz der kritischen Infrastruktur der General Services Administration (GSA) vorgesehen.

Die GSA, die auch das Federal Intrusion Detection Network (FIDNet) im Rahmen des FedCIRC (Federal Computer Incident Response Capability) betreiben wird, hat für dieses Jahr ein Budget von 15,40 Millionen US-Dollar. Bill Bearden, der Sprecher der GSA, sagte, dass die von Bush angesprochene Budgetsteigerung vermutlich dem FedCIRC zukommen werde, das die Computersysteme der Ministerien vor Angriffen schützen soll. FIDNet soll verdächtiges Verhalten außerhalb wie innerhalb der Regierungs-Firewalls erkennen können, um unerlaubte Eindringlinge, aber auch verdächtiges Verhalten scheinbar autorisierter Internetbenutzer zu erkennen.

Das Handelsblatt will allerdings von "milliardenschweren Plänen" erfahren haben: James Adams, "Berater des Geheimdienstes NSA", berichtete der Zeitung, dass es sich bei FIDNet um ein "virtuelles NMD" handelt, das neben dem von der Bush-Regierung favorisierten Raketenabwehrsystem (NMD) aufgebaut werden soll. "Das Projekt ist in seiner sicherheitsrelevanten und finanziellen Dimension mit dem NMD zu vergleichen", sagte Adams, wofür allerdings die bislang vorgesehenen 38 Prozent Steigerung des Budgets wohl nicht ausreichen würden. Wie das Handelsblatt aus nicht näher genannten "Sicherheitskreisen in Washington" erfahren haben will, soll das virtuelle NMD bis 2003 fertig gestellt sein und insgesamt 50 Milliarden US-Dollar kosten.

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