Kein Gewinn mit Handys fĂĽr Mitsubishi

Als Grund gibt der japanische Elektronikkonzern Verzögerungen bei der GPRS-Einführung in Europa an.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Der japanische Elektronikkonzern Mitsubishi hat im abgelaufenen Geschäftsjahr keinen Gewinn mit seiner Handy-Sparte erzielt. Als Grund gab das Unternehmen drastische Umsatzrückgänge im Europa- und USA-Geschäft an. "Rote Zahlen in Europa und den USA haben unsere im Inlandsgeschäft eingefahrenen Gewinne aufgezehrt", erläuterte Michio Nakanishi, Vizepräsident von Mitsubishi, gegenüber amerikanischen Nachrichtenagenturen. Während man in Japan und China die prognostizierten Umsatzzahlen habe erfüllen können, seien in Europa nur 58 Prozent und in den USA nur die Hälfte der geplanten Handy-Verkäufe getätigt worden. In Europa vertreibt Mitsubishi einen Großteil seiner Handys unter dem Markennamen Trium.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Mitsubishi nach eigenen Angaben insgesamt 18,5 Millionen Handys verkauft, davon 9 Millionen in Europa, 2 Millionen in den USA, 500.000 in China und 7 Millionen auf dem japanischen Markt. Nakanishi gibt vor allem der Verzögerung bei der GPRS-Einführung in Europa die Schuld für die schlechten Umsatzzahlen. "Wenn im September der GPRS-Service in Europa flächendeckend einsatzbereit ist, werden unsere Umsatzzahlen wieder stark ansteigen", ist sich Nakanishi sicher. Mitsubishi rechnet für das neue Geschäftsjahr mit einem Gesamtumsatzplus von 52 Prozent beim Handy-Verkauf. In Europa sollen dabei mehr als 16 Millionen Mobiltelefone abgesetzt werden.

Nakanishi hob hervor, dass Mitsubishi weiterhin an dem Plan festhalte, "in den kommenden Jahren einen mindestens zehnprozentigen Weltmarktanteil am Handy-Geschäft zu erobern". Zur Zeit verhandle man mit mehreren Handy-Produzenten über eine strategische Allianz, sagte Nakanishi. Die Entwicklungskosten für neue Mobilfunkgenerationen könnten so besser verteilt, der Vertrieb effektiver gestaltet und die Wettbewerbsfähigkeit insgesamt gesteigert werden. Für die Modelle der dritten Mobilfunkgeneration setze Mitsubishi ganz auf Wideband Code Division Multiple Access (W-CDMA). Dem CDMA-3G-Standard von Qualcomm (CDMA2000) erteilte Nakanishi damit eine klare Absage. (pmz)