Weiter schlechte Nachrichten aus der Halbleiterbranche

Im Januar 2001 setzten die Halbleiterhersteller weltweit nur 16,87 Milliarden US-Dollar um, 5,7 Prozent weniger als im Dezemember 2000.

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Im Januar 2001 setzten die Halbleiterhersteller weltweit nur 16,87 Milliarden US-Dollar um, was 5,7 Prozent unter dem Absatz des Dezemembers 2000 lag. Im Vergleich zum Januar 2000 stieg der Umsatz allerdings um 13,7 Prozent.

Bereits im Dezember 2000 schrumpfte der Markt um 2,1 Prozent. Obwohl Dezember und Januar keine Boom-Monate der Branche sind, unternimmt George Scalise, der Chef der Industrievereinigung SIA, keinen Versuch mehr, die schlechten Ergebnisse durch saisonale Schwankungen zu erklären. Vielmehr seien hohe Lagerbestände und Absatzprobleme bei den Endprodukten der Grund für die schwachen Umsätze. "Die Anpassung der Lagerbestände" werde wohl auch erst zum Ende des dritten Quartals abgeschlossen sein.

Regional fiel die Entwicklung des Chipmarktes nach SIA-Angaben sehr unterschiedlich aus. Im asiatisch-pazifischen Raum und in den USA gingen die Umsätze stärker zurück (um 7,9 beziehungsweise 5,8 Prozent), während man in Europa lediglich 2,7 Prozent weniger verkaufte.

Passend zu den schlechten Nachrichten der Industrievereinigung korrigierte am heutigen Montag auch der US-Chiphersteller LSI Logic seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsquartal: Statt, wie ursprünglich erhofft, nur 12 Prozent geringerer Verkäufe erwartet man nun einen Rückgang der Umsätze um 30 Prozent. Das Ergebnis des letzten Quartals lag nur um drei Prozent über dem des vorletzten. Auch LSI macht die schlechten Marktbedingungen für die schleppenden Verkäufe verantwortlich, gibt aber keine Hinweise darauf, wann es wieder aufwärts gehen soll. Laut LSI-CEO Wilfred S. Corrigan habe man "im Moment nicht genügend Weitsicht, um den Zeitpunkt genau vorhersagen zu können, zu dem das Wachstum wieder auflebt". Man sei aber zuversichtlich, dass dies geschehe, wenn die Wirtschaftsprognosen wieder besser würden. (ciw)