Arbeitswandel durch Digitalisierung: DGB fordert mehr Geld fĂĽr Weiterbildung

Arbeitnehmer seien nicht gut genug auf die zunehmend digitalisierte Arbeitswelt vorbereitet, sagt der DGB und fordert mehr Investitionen in Weiterbildung.

vorlesen Druckansicht 41 Kommentare lesen
Arbeitswandel durch Digitalisierung: DGB fordert mehr Geld fĂĽr Weiterbildung
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • dpa

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert deutlich mehr Investitionen in die Weiterbildung, um Arbeitnehmer bei der Digitalisierung der Arbeitswelt mitzunehmen. "Die Folgen werden nur von den Menschen akzeptiert und toleriert werden, ob als Beschäftigte oder Verbraucher, wenn die Technologie ihnen dient und nicht sie ihr", sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann der Welt. Bildung und Weiterbildung würden deshalb noch viel wichtiger als bisher. "Hier muss endlich viel mehr investiert werden", mahnte Hoffmann.

Der DGB-Chef reagierte auf eine Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF), wonach nur 46 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland fĂĽr die Digitalisierung der Arbeitsprozesse gewappnet sind. Schon 2025 dĂĽrften Maschinen mehr Arbeitsstunden erledigen als Menschen. Heute betrage der Anteil erst 29 Prozent, heiĂźt es in der Expertise.

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende und hessische SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel bekräftigte in der Welt seine Forderung nach einem "Chancenkonto, das jedem ein lebenslanges Recht auf Weiterbildung garantiert". Der FDP-Fraktionsvize im Bundestag, Frank Sitta, mahnte, es müsse schon bei den Kindern angesetzt werden. "Dazu müssen Lehrpläne und Ausstattung modernisiert und in die digitale Weiterbildung der Lehrer investiert werden", sagte er der Zeitung.

Die Linken-Vorsitzende Katja Kipping sieht auch den Staat in der Pflicht. "Ohne politische Regulierung kann die Digitalisierung zu einer Art globalen Feudalismus 2.0 verkommen, in dem einige wenige Konzerne willkĂĽrlich agieren", warnte Kipping in der Welt. Von den Gewinnen aus der Digitalisierung dĂĽrften nicht nur wenige profitieren. (olb)