Bosch: Diesel für Nfz noch lange unersetzlich

Jedes vierte Nutzfahrzeug wird 2030 nach Einschätzung von Bosch elektrisch angetrieben sein. Gleichzeitig bleibe der unter Druck geratene Diesel entscheidend: Noch im Jahr 2025 werden zwischen 80 und 90 Prozent aller Nutzfahrzeuge als Selbstzünder unterwegs sein, schätzt man bei Bosch

vorlesen Druckansicht 12 Kommentare lesen
Scania G 410

(Bild: Scania)

Lesezeit: 2 Min.
Von
  • dpa

Auch künftig werden viele Lkw von einem Dieselmotor angetrieben, vermutet Bosch.

(Bild: Scania)

Jedes vierte Nutzfahrzeug wird im Jahr 2030 nach Einschätzung des Zulieferers Bosch elektrisch angetrieben sein. In China werde es sogar nahezu jeder dritte Transporter sein, vermutet das Unternehmen am Mittwoch (19. September 2018), dem Pressetag der IAA-Nutzfahrzeugmesse (20. bis 27. September 2018), mit. Gleichzeitig bleibe der im Abgasskandal unter Druck geratene Dieselmotor entscheidend: Noch im Jahr 2025 werden zwischen 80 und 90 Prozent aller Nutzfahrzeuge als Selbstzünder unterwegs sein, schätzt man bei Bosch.

„Die Entwicklung des Nutzfahrzeugantriebs wird noch lange ein Mehrkampf bleiben. Wir tun gut daran, auch seine Elektrifizierung technologisch offen anzugehen“, sagte Rolf Bulander, Chef der Bosch-Kfz-Sparte. „Wer die Zukunft des Schwerlastverkehrs sichern will, darf auch die Herstellung alternativer Kraftstoffe aus regenerativem Strom, sogenannter eFuels, nicht außer Acht lassen“, betonte er. Die Automatisierung des Lkw-Fahrens löse weitere Probleme der Branche: Schon jetzt fehlten in den USA 50.000 Trucker, in zehn Jahren vermutlich dreimal so viele.

Die Bosch-Mobilitätssparte peilt im laufenden Jahr ein Umsatzwachstum von voraussichtlich vier Prozent an. Jeden vierten Euro erwirtschafte Bosch mit Technik für Nutzfahrzeuge. Zu den 78 Milliarden Euro Gesamtumsatz im vergangenen Jahr hatte die Sparte allein 47,4 Milliarden Euro beigesteuert.

Bosch hat gute Gründe, den Dieselmotor zu propagieren - schließlich hat man in diese Technik viel Geld investiert. Erst im Frühjahr 2018 hatte das Unternehmen einen „dramatischen Fortschritt“ in der Abgasnachbehandlung von Selbstzündern verkündet. Entscheidend dafür war keine bahnbrechende Idee, sondern die Kombination und Weiterentwicklung bekannter Konzepte. Im Ergebnis konnte Bosch einen umgebauten Golf-Motor vorstellen, der minimal 13 mg NOx je Kilometer emittiert. (mfz)