ITU: Der Internet-Telefonie gehört die Zukunft

Nach Schätzung der Internationalen Telekommunikations-Union wurden 2000 vier Milliarden grenzüberschreitende Gesprächsminuten mittels VoIP abgewickelt.

vorlesen Druckansicht 46 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • JĂĽrgen Kuri

Telefonieren über das Internet ist im Kommen. Nach der jüngsten Schätzung der Internationalen Telekommunikations-Union (ITU) wurden im vergangenen Jahr vier Milliarden grenzüberschreitende Gesprächsminuten mittels Voice-over-IP (VoIP) über das öffentliche Internet oder firmeneigene Intranets statt über die gewohnten Telefonnetze abgewickelt. Das sind zwar bislang nur drei Prozent des internationalen Telefonverkehrs, aber die Entwicklung verläuft rasant. In diesem Jahr soll der Gesprächsverkehr über IP-Netzwerke um mehr als 50 Prozent wachsen, heißt es in einer Studie zu IP-Telefonie, die die ITU im Vorfeld des 2001 World Telecommunication Policy Forum (WPTF) veröffentlichte.

Die Internet-Telefonie sei attraktiv, weil Gespräche wesentlich billiger seien als über herkömmliche Leitungen. Die anfangs mangelhafte Gesprächsqualität werde immer besser. Auch private Anrufer könnten von den günstigen Preise profitieren. Allerdings verlören vor allem die staatlichen Telekom-Unternehmen in Entwicklungsländern Geld: In Sri Lanka sei die Zahl der ankommenden Gesprächsminuten aus dem Ausland im vergangenen Jahr etwa von 16 Millionen Minuten im Monat auf 9 Millionen Minuten gefallen. Dadurch verliere die Telekom-Gesellschaft zwei Millionen US-Dollar im Monat. Der Grund: Im internationalen Telefonverkehr zahlt die Gesellschaft, die den Anruf im Ursprungsland vermittelt, der Gesellschaft im Ankunftsland einen Teil der Einnahmen aus dem Gesprächen. Länder, aus denen traditionell viele Bürger im Ausland leben, die regelmäßig zu Hause anrufen, haben davon in der Vergangenheit erheblich profitiert. Insgesamt schätzt die ITU die Einnahmen der Entwicklungsländer aus derartigen Kompensationszahlungen während der 90er Jahre auf 50 Milliarden US-Dollar im Jahr. Dies könnte bei einem weiteren Boom der Internet-Telefonie stark zurückgehen. (jk)