Stadt Leipzig gliedert IT-Bereich in Privatunternehmen aus

In einem bundesweit wohl einmaligen Projekt stellt ein gemeinsames Unternehmen von IBM und der Stadt Leipzig Hard- und Software fĂĽr die Rathaus-BĂĽros bereit.

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Von
  • Holger Dambeck

Sämtliche Computer der Stadt Leipzig betreut zukünftig ein privates Unternehmen. IBM und Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee unterzeichneten am heutigen Dienstag in Leipzig eine entsprechende Vereinbarung. Danach geht der bisher im Rathaus angesiedelte Bereich Information und Kommunikation in ein gemeinsames Tochterunternehmen mit dem Namen Leipziger Computer und Systemhaus GmbH (Lecos) über. Das Projekt zur Auslagerung städtischer IT-Dienstleistungen gilt als bundesweit einmalig, insbesondere, da auch sensible Daten vom Outsourcing betroffen sind. Spezielle Vertragsklauseln sollen sicherstellen, dass der Datenschutz für Bürger und Unternehmen gewährleistet ist.

Das gemeinsame Unternehmen wird die Verabeitung sämtlicher städtischer Daten organsieren, Hard- und Software für sämtliche Rathaus-Büros bereitstellen, die Technik warten und regelmäßig modernisieren. Nach Informationen der Leipziger Volkszeitung zahlt die Stadt dafür rund 30 Millionen Mark jährlich. Von der Ausgliederung sind etwa 100 IT-Experten aus dem Leipziger Rathaus betroffen. Lecos soll seine Leistungen auch Dritten anbieten und damit zusätzliche Einnahmequellen erschließen. Bis zu 60 zusätzliche Arbeitsplätze könnten so entstehen. Falls die Geschäfte jedoch nicht so gut laufen, hat sich Leipzigs Rathaus abgesichert: Anfallende Verluste muss IBM komplett übernehmen. Dafür streicht der Computerriese jedoch auch den Großteil eventuell anfallender Gewinne ein. Damit rechnet im Leipziger Rathaus jedoch so schnell niemand, zunächst sei ein erheblicher Investitionsstau abzuarbeiten, heißt es. (hod)