UBA: Deutsche sollen mehr laufen
Das Umweltbundesamt (UBA) will Deutschlands StĂ€dte lebenswerter machen und das Klima schonen. Dazu soll die Zahl der Wege, die jeder BĂŒrger zu FuĂ zurĂŒcklegt, bis zum Jahr 2030 um die HĂ€lfte steigen
(Bild: VCD/Markus Bachmann)
- dpa
(Bild:Â VCD / Markus Bachmann)
Das Umweltbundesamt (UBA) will Deutschlands StĂ€dte lebenswerter machen und das Klima schonen. Dazu soll die Zahl der Wege, die jeder BĂŒrger zu FuĂ zurĂŒcklegt, bis zum Jahr 2030 um die HĂ€lfte steigen. Das sieht die âFuĂverkehrs-Strategieâ vor, die das Umweltbundesamt auf dem zweiten deutschen FuĂverkehrskongress vorstellen will. Der findet an diesem Donnerstag und Freitag in Berlin statt.
âWer zu FuĂ geht, tut Gutes fĂŒr seine Gesundheit, spart Geld und schont die Umweltâ, heiĂt es in dem Papier mit dem Titel âGeht doch!â. Zu den VorschlĂ€gen zĂ€hlen breitere Gehwege, kĂŒrzere Wartezeiten fĂŒr FuĂgĂ€nger an Ampeln und flĂ€chendeckend Tempo 30 in StĂ€dten. Der 55-seitigen Untersuchung zufolge liegt aus Sicht der FuĂgĂ€nger vieles im Argen: âStĂ€dtebauliche Leitbilder der vergangenen Jahrzehnte â wie insbesondere die autogerechte Stadt â haben den FuĂverkehr im StraĂenbild weitgehend als RestgröĂe an den Rand gedrĂ€ngt.â FuĂgĂ€nger mĂŒssten vielfach Umwege, Wartezeiten, LĂ€rm und Abgase in Kauf nehmen. Hohe Bordsteine, Treppen, dunkle UnterfĂŒhrungen, Stolperfallen und parkende Autos auf Gehwegen â zu FuĂ zu gehen, sei in vielen StĂ€dten zeitraubend und umstĂ€ndlich.
âFuĂgĂ€ngerinnen und FuĂgĂ€nger sind die blinden Flecken der Verkehrspolitikâ, sagte UBA-PrĂ€sidentin Maria Krautzberger. Der Anteil der zu FuĂ zurĂŒckgelegten Wege ginge deshalb seit vielen Jahren stetig zurĂŒck. Das UBA will den Trend drehen: Legten StĂ€dter heute 27 Prozent ihrer Wege zu FuĂ zurĂŒck, solle der Anteil bis 2030 auf 41 Prozent steigen. Auf dem Land streben die Autoren eine Steigerung von 23 auf 35 Prozent an. Nach Studien sei jede zehnte Autofahrt kĂŒrzer als ein Kilometer, und auf Strecken von einigen Hundert Metern sei man zu FuĂ von TĂŒr zu TĂŒr hĂ€ufig am schnellsten.
2,50 Meter breite Gehwege, mehr Zebrastreifen und höhere BuĂgelder fĂŒr Falschparker sollen nach der Strategie mehr Platz fĂŒr FuĂgĂ€nger bringen â zulasten des Autoverkehrs. In den Verwaltungen soll es feste ZustĂ€ndigkeiten fĂŒr den FuĂverkehr geben. âFuĂlĂ€ufige Erreichbarkeitâ soll als Entwurfs- oder ErschlieĂungskriterium im Baugesetzbuch, in Planwerken und Richtlinien verankert werden. Die Studie âGeht doch! GrundzĂŒge einer bundesweiten FuĂverkehrsstrategieâ, die auf dem Kongress offiziell am Freitag (12. Oktober 2018) vorgestellt wird, hat das Deutsche Institut fĂŒr Urbanistik im Auftrag des UBA verfasst. (mfz)