Mehr Festplatten für Car-Infotainment
- Gernot Goppelt
Die „explosive Zunahme“ von Multimedia- und Infotainment-Systemen im Automobil veranlasst Automobilhersteller, vermehrt Festplatten für Musik, Video und andere digitale Inhalte einzusetzen. So sagt es das US-amerikanische Marktforschungsunternehmen iSuppli und rechnet damit, dass bis 2013 16,6 Millionen Festplatten für Automotive-Infotainment-Anwendungen ausgeliefert werden, fast fünfmal so viel wie die 3,5 Millionen im Jahr 2006. Bei einem durchschnittlichen Wachstum von 25,1 Prozent pro Jahr wären Festplatten demnach die Speichermedien mit den stärksten Wachstumsraten in den kommenden Jahren.
Die Erwartungen an Car-Infotainment steigen
Laut Richard Robinson, Chefanalyst von iSuppli, könnte die Zunahme von Infotainment-Lösungen im Automobil Multimedia-Umgebungen schaffen, die über die Fähigkeiten von Heimsystemen hinausgehen. Schon bald werde man von Fahrzeugen erwarten, dass sie digitale Inhalte wie Radio, Fernsehen und beispielsweise auch Inhalte über WiMAX empfangen und speichern können. Diese Anforderungen würden die Strategien prägen, mit denen Automobilhersteller versuchen, geeigneten Ersatz für heutige optische „Read-only“-Medien zu schaffen.
Mehr Festplatten für Car-Infotainment (3 Bilder)

Infotainment-Systeme im Auto bieten immer mehr Funktionen - und brauchen immer mehr Speicher. (Bild: JVC)
Festplatten ideal für Navigationssysteme
Fest eingebaute Navigationssysteme nutzen typischerweise CD, DVD oder Festplatten als Speichermedium. CDs seien bei dieser Anwendung kaum noch gefragt, weil das Kartenmaterial zunehmend auf Dual-Layer-DVDs gespeichert werde. Diese DVD-Lösungen werden laut iSuppli weiterhin den Markt dominieren – allerdings können sich hinsichtlich Performance und Speicherkapazität weder CD noch DVD mit Festplattensystemen messen. Diese bieten in der Regel eine bessere Systemleistung sowie bessere Kartenabdeckung in Verbindung mit besserer Detaildarstellung.
Für Musik bleibt die CD Standard
Etablierte Audio-Anbieter wie Alpine mussten laut iSuppli mit ansehen, wie das Konsumenteninteresse an CD-basierten Geräten stark zurückging. Aber trotz dieser Tendenz zu Systemen mit Festplatten und Flash-Memory werden nach der Studie CD-Abspielsysteme auch über 2013 hinweg das Standardformat für Musik sein – denn in den USA, Europa und Japan beträgt die Marktdurchdringung der CD nahezu 100 Prozent. Diese Beobachtung deckt sich mit Erfahrungen aus dem Home-Entertainment-Bereich, wo sich Formate wie SACD oder DVD-Audio bis heute nicht gegen die CD durchsetzen konnten – trotz klanglicher Vorteile.
(ggo)