Fusion von GMD und Fraunhofer unter Dach und Fach

Mit der Übertragung ihrer Geschäftsanteile auf die Fraunhofer Gesellschaft haben die Gesellschafter der GMD gestern die umstrittende Fusion der beiden Großforschunsgeinrichtungen vollendet.

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Von
  • Wolfgang Stieler

Mit der Übertragung ihrer Geschäftsanteile auf die Fraunhofer Gesellschaft (FhG) haben die Gesellschafter der GMD die umstrittende Fusion der beiden Großforschunsgeinrichtungen vollendet. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) zeigte sich erfreut: "Endlich gibt es in Deutschland eine geeinte Forschungseinrichtung für Spitzenforschung in der Informationstechnik", erklärte Bulmahn anlässlich der Vertragsunterzeichnung zur Zusammenführung von GMD und FhG. "Nun wächst auch in der IT-Forschung zusammen, was zusammengehört. FhG und GMD bündeln ihre Kräfte in einer Branche, die in den nächsten Jahrzehnten der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft bleiben wird", unterstrich die Forschungsministerin. Die Fusion von GMD und FhG leiste daher einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung und weiterem Ausbau zukunftsfähiger Arbeitsplätze in Deutschland.

In der erweiterten FhG entstehe ein einzigartiger Forschungsraum für die Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) in Deutschland erklärte Bulmahn: "In der nun größten IT-Forschungsorganisation in Europa werden die Stärken und Kompetenzen beider Einrichtungen erfolgbringend miteinander verbunden." Das sei auf der einen Seite die konsequente Marktorientierung der FhG und auf der anderen Seite die Kompetenz der GMD in der Grundlagenforschung. Die neu entstehende IuK-Gruppe der FhG verfüge über eine Mittelausstattung von jährlich rund 400 Millionen Mark.

Die Fusionspläne, die im November vergangenen Jahres vom Bundesfoschungsministerium beschlossen wurden, stießen bei der GMD zunächst auf erbitterten Widerstand. Die GMD-Mitarbeiter fürchteten um den Anteil der Grundlagenforschung in der fusionierten Forschungsgemeinschaft – aber auch um ihre persönliche Lebensplanung, denn in der fusionierten GMD drohten für bis zu 600 GMD-Mitarbeiter Versetzungen über das gesamte Bundesgebiet. Zuletzt hatte der GMD-Gesamtbetriebsrat versucht, die Fusion per einstweiliger Verfügung zu verhindern, die Konfliktparteien hatten sich dann aber außergerichtlich geeinigt.

Auch GMD-Pressesprecherin Ute Schütz ist mittlerweile optimistisch. Die Fusion lasse sich "erstaunlich erfreulich an", erklärte sie gegenüber heise online. Zwar habe es in der Vergangenheit "ein Auf und Ab" gegeben, aber die Auseinandersetzungen seien nötig gewesen, "um gewisse Punkte im Vorfeld zu klären". (wst)