Offenes Netzforum diskutiert "Bildung für freie Bürger"
Ein von den Surfern gemeinsam verfasstes "eBildungsmanifest" soll im Rahmen eines Kongresses zur Wissensgesellschaft präsentiert werden.
Die den Bündnisgrünen nahe stehende Heinrich-Böll-Stiftung hat ein offenes Webforum gestartet, in dem interessierte Surfer gemeinsam mit den Initiatoren ein eManifest zum Thema "Bildung für freie Bürger" verfassen können. Das Ergebnis soll im Rahmen der Konferenz Gut zu wissen – links zur Wissensgesellschaft präsentiert werden, die Anfang Mai in Berlin stattfindet. Während der dreitägigen Tagung, für die sich die Böll-Stiftung die Unterstützung der debis AG und der Alfred Herrhausen Gesellschaft für internationalen Dialog gesichert hat, stehen Fragen nach der Zukunft des Copyrights in der Netzgesellschaft, nach der Wissensproduktion und der Verteilung von Wissen im Mittelpunkt.
Thesen entwerfen und über die Vorschläge anderer Autoren und Diskussionsteilnehmer abstimmen kann jeder Netzbürger, der sich bei dem Forum anmeldet. Als Rahmen vorgegeben sind Punkte wie "Bildung und Gerechtigkeit", "Lernen für das Leben" oder "Autonome Bildungsinstitutionen – Institutionen der freie Gesellschaft". Erörtert werden sollen dabei Fragen wie "Gibt es ein Recht auf Nicht-Wissen?" oder "Wem gehört das Bildungswesen?". Gedanken machen dürfen sich die Surfer auch über mögliche Finanzierungsformen der Aus- und Weiterbildung.
Das Besondere an dem gemeinsamen Autoren-Projekt sind die technischen Spielregeln. Innerhalb der Verfassungsprinzipien darf jeder User seinen Senf zum Manifest dazugeben. Nur Sexismus, Rassismus und Hassparolen sollen draußen bleiben. Die Textvorschläge stehen jeweils 48 Stunden zur Diskussion. Danach wird darüber abgestimmt, ob die Änderungen in das Gesamtdokument einfließen. Kurz vor dem Start des Kongresses wird das Manifest redaktionell überarbeitet und eine namentliche Endabstimmung durchgeführt. Die Software für die "Open-Content"-Weblösung wurde nach Angaben der Böll-Stiftung extra für das eManifest entwickelt. (Stefan Krempl) / (jk)