Filter in Napster sind von begrenzter Wirkung
Findige Napster-User umgehen Filter, indem sie Songtitel variieren und sogar Scrambler zur Chiffrierung von Dateinamen einsetzen.
Früher als erwartet erneuerte gestern das nordkalifornische Bezirksgericht eine einstweilige Verfügung gegen Napster. Diese verpflichtet Napster zum Filtern unrechtmäßig getauschter Musik, aber auch die Labels zur Mitarbeit.
Napster ist nun verpflichtet, konkret benannte Songs zu sperren. Dazu mĂĽssen die Plattenlabel der Firma den Namen des jeweiligen KĂĽnstlers, den Titel des betreffenden Songs und mindestens einen im Napster-Index aufgespĂĽrten Dateinamen nennen sowie beweisen, dass sie die Rechte an dem jeweiligen Song innehaben. Drei Tage nach dieser Mitteilung muss der betreffende Titel vom Napster-Netz verschwunden sein.
Napster hatte bereits am gestrigen Freitag angekündigt, freiwillig eine Million MP3-Dateien zu filtern. Diese Filtermaßnahmen traten am Sonntag Abend in Kraft, ihre Wirksamkeit ist aber bisher begrenzt. Songs tauchen im Napster-Netz oft unter zahlreichen Namensvariationen auf, sodass die Zahl der tatsächlich gefilterten Songs weit niedriger liegen dürfte. Doch damit nicht genug: Sobald eine Datei vom User umbenannt wird, schlüpft sie durch den Filter. Einzelne Napster-User haben deshalb bereits einfache Scrambler entwickelt, mit dem beispielsweise der Song "Music" von Madonna zu OFFYS von JGBLGBI wird. Das Filtern wird für Napster also nicht leicht. Doch die Firma steht mit diesem Problem nicht ganz allein da, denn die einstweilige Verfügung verpflichtet "alle Parteien" dazu, "angemessene Maßnahmen zum Identifizieren der Variationen der Dateiname(n) oder der Schreibweise der Titel oder Musikername(n) von Songs zu ergreifen".
Mehr dazu in Telepolis: Filtern ist nicht das Ende vom Lied (Janko Röttgers) / (ame)