Das Virus, das Zombies erschafft
Tollwut-Viren programmieren das Gehirn des Opfers gezielt für ihre Zwecke um. Nun nutzen Forscher diese Fähigkeit, um psychische Leiden zu verstehen.
- Nike Heinen
Der grauhaarige Mann, den die Sanitäter in die Psychiatrische Klinik des Medical College im Pune einliefern, wirkt verstört. Eingesunken sitzt er in dem Rollstuhl, blickt ängstlich hin und her. Als er sein Spiegelbild in der Glastür auf sich zurollen sieht, schreit er auf und versucht sein Gesicht mit den Händen zu schützen.
Zwanghaftes BeiĂźen
Die panische Angst vor seinem eigenen Ich hat den Greis seit Tagen fest im Griff. Eine akute Psychose? Die Psychiater in der westindischen Stadt sind auf der Hut vor schnellen Diagnosen. Bei Patienten mit Unruhe, mit ungewöhnlich aggressivem Verhalten oder Wahnvorstellungen empfehlen sie immer erst einmal eine Punktion des Rückenmarks.
Dort fließt Flüssigkeit, die mit dem Gehirn in Kontakt steht – und dort finden die Ärzte regelmäßig einen ungebetenen Gast: das Rabiesvirus, den Erreger der Tollwut. Vor allem wilde Hunde übertragen die Erkrankung auf den Menschen. Auch der alte Mann in Pune war gebissen worden.
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