IrrefĂĽhrende Werbung: Microsoft und HP stoppen Anzeigenkampagne

Microsoft und HP bewerben in ihren gemeinsamen Jornada-Anzeigen Geräteeigenschaften, die es in dieser Form nicht gibt, meint die FTC.

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Von
  • Dr. Klaus Peeck

Microsoft und HP stoppen auf Druck der Federal Trade Commission (FTC) eine gemeinsame Anzeigenkampagne auf Grund des Vorwurfs der irreführenden Werbung. Die Unternehmen hatten in gemeinsamen Anzeigen für HPs Jornada-Pocket-PCs geworben und auf den LCD-Schirmen der hierzu fotografierten Jornadas eine Internet-Browsing-Szene gezeigt. Dies erwecke laut FTC den Anschein, als seien die HP-Pocket-PCs mit ihrem Microsoft-Betriebssystem ohne weiteres internettauglich. In Wahrheit sei für den Internetzugang aber der Kauf eines zusätzlichen Gerätes nötig, beispielsweise eines Funkmodems, das mit bis zu 350 US-Dollar zu Buche schlagen könne. Der klein gedruckte Hinweis auf die nur optionale Internettauglichkeit der Geräte sei zudem "unklar, unscheinbar und unangemessen" gewesen, bemängelt die FTC.

Konsumenten seien heutzutage mit einem derart großen Angebot an Pocket-PCs konfrontiert, dass sie sich häufig auf Werbeaussagen verließen, wenn sie ein Gerät kauften, betonten die Verbraucherschützer. Daher sei es wichtig, dass die Werbung für solche Geräte auf den technischen Fakten beruhe und die Fähigkeiten der Geräte korrekt wiedergebe. Nur auf diese Weise könnten die Konsumenten verstehen, was ein PDA leisten kann und was nicht, bevor sie die Kaufentscheidung träfen.

Noch erschwert werde der Vorwurf der Kundentäuschung durch den Umstand, dass die Werbeanzeigen just im Rahmen einer groß angelegten aggressiven Kampagne gegen den Hauptkonkurrenten Palm aufgelegt worden seien. Unter dem Anzeigen-Motto "Can Your Palm Do That?" hätten HP und Microsoft mit der Mobile-Internet-Fähigkeit gerade solche Vorzüge der WindowsCE-basierenden Jornadas herausgestellt, die die Geräte vom Konkurrenten abheben sollten, die sie aber in Wirklichkeit überhaupt nicht besäßen.

Derzeit ist keiner der am Markt befindlichen PDAs, sei er nun mit WindowsCE ausgestattet wie bei HP und Compaq oder mit Palm OS wie bei Palm und Handspring, direkt internetfähig. Darüber sollte auch der Umstand, dass die Geräte inzwischen vielfach mit Browser- und E-Mail-Client-Software ausgestattet sind, nicht hinwegtäuschen: Der Kauf von zusätzlicher Hardware, sei es in Form von Modems, GSM-Modulen, Verbindungskabeln und/oder einem Handy zur IR-Anbindung, ist auf jeden Fall notwendig. (klp)