Spam-Filter bei MAPS künftig kostenpflichtig
Ab August kostet der Spam-Filter MAPS für kommerzielle Anwendungen Geld. Privatuser können den Dienst zur Verhinderung unverlangter Werbe-Mail jedoch weiterhin kostenlos nutzen.
Ab dem 1. August sind die Spam-Filter des Mail Abuse Prevention Systems (MAPS) gebührenpflichtig, sofern sie kommerziell genutzt werden. Privater Nutzer können den Spam-Stopper aus Kalifornien zur Verhinderung unverlangter und unerwünschter Werbe-Mail jedoch weiterhin kostenlos nutzen.
Viele Administratoren fürchten, dass MAPS durch die Kostenpflichtigkeit an Bedeutung verliert. Erst vor wenigen Wochen hatte der bekannte Spam-Filter ORBS seine Pforten geschlossen. Zur Bekämpfung von unverlangter Werbe-Mail auf Mail-Servern sind die Dienste von MAPS beinahe unverzichtbar. MAPS macht es sich dabei zunutze, dass Spam zumeist aus bekannten Quellen stammt. Rechnernetze notorischer Spammer stehen mit ihren IP-Adressen in der Realtime Blackhole List (RBL). Eine Dialup User List (DUL) schützt vor Spammern, die sich per Modem einwählen und nicht über den Mailserver ihres Providers ihre E-Mail versenden. Der Relay Spam Stopper (RSS) ergänzt die Funktion der DUL. Hier sind viele Mail-Server gelistet, die von Spammern als offenes Relais benutzt werden.
Die hohe Popularität von MAPS führte zu einer entsprechenden Nachfrage aus dem Netz – die Server verarbeiten inzwischen Dutzende Millionen Anfragen pro Tag. Die entstehenden Kosten kann sich MAPS nach eigenen Angaben nicht mehr leisten. "Die ökonomischen Bedingungen in der Industrie haben jeden getroffen", erklärte MAPS-Manager Margie Arbon in Anspielung auf die drastisch gesunkenen Umsatzzahlen der EDV-Branche. Außerdem seien die Daten in den MAPS-Listen durch das Urheberrecht geschützt und befänden sich somit im Eigentum von MAPS.
Spam-Bekämpfer teilen gerade diese Ansicht jedoch nicht: In Diskussionsforen heißt es, die Autoren von MAPS-Einsendungen hätten ihr Copyright keinesfalls an MAPS übertragen.
Für die RSS gibt es im Netz inzwischen eine Reihe von Alternativen. IP-Adressen offener Relais kann man zum Beispiel bei dem dänischen Server ORDB bekommen. Spammende Dialup-User lassen sich mit Hilfe der Datenbanken von Osirusoft ausblenden. Nachteil: Die Server von Osirusoft sind langsam. Die schnellste Abfrage, ob ein Host irgendwo auf einer schwarzen Liste steht, läßt sich mit ORBZ erledigen.
Die auf der MAPS-Website genannten Preise staffeln sich nach Größe des vor Spam zu schützenden Mailservers und dem Umfang der genutzten Dienste. Die Kosten schwanken zwischen dem Verzicht auf Gebühren für Privatleute und 10.000 US-Dollar pauschale Jahresgebühr, die MAPS kommerziellen Kunden und Bildungseinrichtungen anbietet. (Holger Bruns) / (hod)