RealNetworks kündigt 15 Prozent der Belegschaft

Der Streaming-Spezialist RealNetworks hat zum ersten Mal in der Firmengeschichte die Streichung von Arbeitsplätzen angekündigt.

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Von
  • David Adamczewski

Das auf die Entwicklung von Streaming- und Audio-Software für das Web spezialiserte Unternehmen RealNetworks will 15 Prozent seiner gesamten Belegschaft kündigen. Dabei handelt es sich um die ersten Kündigungen in der sechsjährigen Firmengeschichte überhaupt; sie betreffen 150 von bisher 950 Beschäftigten, berichtet das Wall Street Journal. Das vor allem durch den RealPlayer bekannt gewordene Unternehmen kündigte zusätzlich an, aufgrund der Stellenstreichungen einmalig vier bis fünf Millionen US-Dollar aufwenden zu müssen und in Zukunft erheblich weniger direkte Ausgaben zu tätigen.

Mit diesem Schritt reagiert die Unternehmensführung auf die am 18. Juli bekannt gegebenen Zahlen für das zweite Quartal. Mit 47,9 Millionen US-Dollar lag der Umsatz weit unter dem Ergebnis aus dem vergangenen Jahr (62,7 Millionen US-Dollar). Der Gewinn ging sogar von 10,6 auf 2,4 Millionen US-Dollar zurück. Gleichzeitig gab RealNetworks bekannt, im dritten Quartal 2001 einen weiteren Rückgang des Umsatzes um fünf Prozent oder mehr zu erwarten.

Nach Angaben des US-Blatts seien auch die stark reduzierten Werbeaktivitäten der Dot.Coms ein Grund für die Entlassungen; RelNetworks verdiene auch mit geschalteten Werbe-Bannern in seinem eigenen Streaming-Netzwerk. RealNetworks-Präsident Larry Jacobson sieht jedoch schon wieder Licht am Ende des Dot.Com-Tunnels: "Es ist keine Frage, dass das Geschäft gut läuft; es bedarf lediglich noch etwas Zeit." Bereits bei der Veröffentlichung der jüngsten Quartalszahlen gab sich CEO Rob Glaser äußerst optimistisch: Die aktuellen und kurzfristigen Geschäftsaussichten würden zwar weiterhin eine Herausforderung darstellen, aber langfristig gesehen, seien die Marktchancen für das Unternehmen sehr gut, sagte er. (daa)