App sucht die Wahrheit
Mit ProofMode sollen Bilder künftig mit Markierungen versehen werden, die Fälschungen unmöglich machen.
(Bild: The Guardian Project)
- Marco Lehner
Wenn es im Krieg richtig brenzlig wird, werden Journalisten abgezogen, und die letzten Informationsquellen sind politische Aktivisten. Diese verfolgen oft ihre eigene Agenda. Ihre Meldungen sollten deshalb genau geprüft werden. Das Guardian Project, ein unabhängiger Zusammenschluss von Programmierern, hat nun die App ProofMode entwickelt, um die Echtheit von Fotos und Videos belegen zu können.
Dazu speichert die App neben der Aufnahme selbst alle verfügbaren Metadaten in einer eigenen Datei – Standort, Aufnahmezeit, Modell und IP-Adresse des Smartphones, Art der Datenverbindung und Hashwert des Bildes. Diese Informationen werden mit dem privaten Schlüssel des Nutzers signiert.
Eine nachträgliche Änderung am Bild würde dessen Hashwert verändern. Dann würde die Signatur nicht mehr zur Datei passen und die Bearbeitung auffliegen. Die anderen gespeicherten Informationen dienen vor allem dazu, den Ort und das Gerät klar identifizierbar zu machen.
Allerdings ist ProofMode noch im Betastadium und hat einige Schwachstellen. Die gravierendste ist derzeit, dass es bei gerootetem Smartphone möglich ist, den privaten Schlüssel aus der App auszulesen und so auch nachträglich noch Bilder zu signieren. Die Entwickler arbeiten nach eigenen Worten bereits an einer Lösung.
Produkt: ProofMode
Hersteller: The Guardian Project
Preis: kostenlos
(bsc)