KPNQwest entschuldigt sich fĂĽr Daten-GAU bei Strato
"Wir bedauern die entstandenen Unannehmlichkeiten", teilte KPNQwest lapidar zum mehrtägigen Totalausfall der Strato-Präsenzen mit.
Zum Daten-Gau des Berliner Webhosters Strato meldete sich nun auch dessen Technikpartner KPNQwest zu Wort. In einem Statement entschuldigt sich der Provider für die "Unannehmlichkeiten, die wir während der kürzlich stattgefundenen Unterbrechung verursacht haben". Gleichzeitig weist er allerdings darauf hin, "dass das Speicher-System, das versagt zu haben scheint, keine KPNQwest-Anlage war".
Gegenüber heise online präzisierte KPNQwest-Sprecher Piers Schreiber: "Es handelte sich um einen Stromversorgungsfehler im EMC-Storage-System." Schreiber bestätigte, dass der Aufbau eines zweiten EMC-Storage-Systems in München bereits im Gange sei. Dieses System soll eine Spiegelung des Karlsruher Strato-Datenspeichers beherbergen und künftig sofort einspringen, falls es Probleme gibt.
Nichtsdestotrotz geht das Schwarze-Peter-Spiel weiter. Im Gespräch mit heise online konstatierte der Teles-Vorstandsvorsitzende Sigram Schindler: "Es handelt sich um ein KPNQwest- und EMC-Problem." KPNQwest hätte im Service-Level-Agreement eine Erreichbarkeit der Strato-Kundendomains von 99 Prozent pro Tag zugesagt. Nach Ansicht Schindlers ist dieser Level nur mit einem Echtzeit-Backup-System zu erreichen. Dieses läge aber derzeit bei KPNQwest nicht vor. Daher wären auch die verloren gegangenen Daten von etwa 7.000 Domains nicht mehr zu restaurieren.
Am gestrigen Dienstagabend hat Strato ein Online-Schadensersatzformular in den Kundenbereich eingestellt, in dem eventuell entstandene Schäden an den Hoster gemeldet werden können. Diese Meldungen will man laut Teles-Vorstand Rochus Wegener "erst einmal zwei Wochen sammeln". Wie Strato dann damit verfährt, sei noch nicht ganz geklärt.
Derweil entwickeln verbitterte Strato-Kunden Galgenhumor. Sie stellten am 1. April die Site Zensoeren.de online – eine Parodie auf Stratos Kunden-Forum. Hier erläutert ein gewisser Prof. Dr. Schwindler, Vorstandsvorsitzender der Zensören Webhosting und Krisenmanagement AG, wie es zum Daten-Gau kommen konnte: "Nachdem wir nun den Verantwortlichen, die Putzfirma unseres CyberCenters, gefunden haben, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis wir Konsequenzen daraus ziehen werden. Vorerst warten wir einfach bis zur nächsten Panne." (hob)