Frischer Mut: die Neuzulassungen im April 2008
- Gernot Goppelt
Noch im März schien es so, als ob es nach einen guten Start ins Jahr schon wieder abwärts geht. Doch die Schuldigen waren schnell gefunden – die ungewöhnlich frühen Osterfeiertage. Das scheint sich nun zu bestätigen: Während im März die Zulassungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 14,4 Prozent zurückgingen, steht der April um 17,8 Prozent besser da. Wenn man die ebenfalls in der Zulassungsstatistik aufgeführten Sattelzugmaschinen mitzählt, die mit +7,4 Prozent weniger gut abschnitten, sieht es sogar noch besser aus: Pkw wurden zu 20 Prozent mehr gekauft, die „Minis“ konnten sich sogar um 50 Prozent steigern.
Auch ausländische Marken stehen gut da
Die Produktionszahlen der deutschen Automobilhersteller sind nach Angaben des VDA sogar noch stärker gestiegen, allerdings spielt hierbei auch das Exportgeschäft eine Rolle. 25 Prozent Steigerung gegenüber April 2007 nennt der Automobilverband – und eine Steigerung von 4 Prozent, wenn man die ersten vier Monate zusammennimmt. Die Zulassungszahlen im Inland stiegen in diesem Zeitraum sogar um 6,3 Prozent (Pkw 7,3 Prozent). Besonders erfreulich für die Industrie ist der Umstand, dass auch mehr ausländische Marken vom Wachstum profitieren konnten, die Ausnahmen sind Alfa Romeo, Chrysler, Jeep, Dodge, Honda, Toyota und Lexus sowie Volvo.
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So ändern sich die Zeiten: Opel Agila, Daihatsu Cuore, Chevrolet Matiz und Renault Twingo gehören zu den Stars der aktuellen Zulassungsstatistik.
Die Kleinen ganz groĂź
Der Anteil von Privatkäufern bleibt weiterhin relativ gering: Nur 41,1 Prozent der Neuwagenkäufer sind keine gewerblichen Kunden. Zudem fällt auf, dass das Wachstum vor allem in Segmenten stattfindet, die für die Automobilhersteller weniger Rendite abwerfen: Kleinstwagen mit 50,2 Prozent, die Kompakten mit 27,6 Prozent und Wohnmobile mit 28,9 Prozent sind die statistischen Highlights – Letztere vor allem wegen des nahenden Sommers.
So erfreulich die Zahlen also sind, können sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer mehr Kunden sich mit einer Minimallösung begnügen, um sich das Autofahren noch leisten zu können. 50 Prozent mehr Kleinstwagen sprechen eine deutliche Sprache. Für Anbieter wie BMW, Mercedes oder Audi, die in diesem Segment bisher unterrepräsentiert sind, ist das eine schmerzliche Nachricht. Sie werden nicht umhinkommen, in Zukunft auch die Käufer billiger Autos zu bedienen oder noch mehr äußerst sparsame Fahrzeuge anzubieten. Welcher Aspekt dabei wichtiger ist, wird vor allem von der weiteren Entwicklung der Spritpreise abhängen. (ggo)