Schneideplotter-Praxis: So gelingen Beschriftungen mit Klebefolien
Professionell aussehende Logos und Beschriftungen kann jeder Maker auch in der heimischen Werkstatt herstellen. Wir helfen bei der Werkzeug- und Materialwahl.
- Guido Körber
Die Arbeitsweise mit einem Schneideplotter lässt sich kurz so beschreiben, dass der Plotter das Motiv in die Folie schneidet und man dann alles entfernt, was nicht zum Motiv gehört. Im Aufbau sind Schneideplotter den Stiftplottern sehr ähnlich, die man früher verwendete, um große Zeichnungen zu Papier zu bringen. Der Schneideplotter verwendet ein kleines Messer anstelle des Stiftes, um damit die Klebefolie zu schneiden. In der Ruhelage schwebt das Messer knapp über der Folie, zum Schneiden wird das Messer abgesenkt. Der Trick besteht darin, die Kraft und Hubhöhe so einzustellen, dass zwar die Klebefolie durchschnitten wird, aber nicht das Trägerpapier.
- Funktionsweise eines Schneideplotters
- Beschriftungsfolien und Transfer-Tapes
- Nass- und Trockenklebeverfahren
Checkliste
- Zeitaufwand: motivabhängig, bis 1 Stunde
- Kosten: motivabhängig, Material 1 bis 10 Euro pro Quadratmeter
- Entwerfen: Beherrschen eines Vektor-Zeichenprogramms
Material
- Schneideplotter
- Plotterfolie kalandriert oder gegossen, je nach Einsatzzweck
- Transfer-Tape aus Papier oder Kunststofffolie
- Cuttermesser oder spitzes Bastel-Skalpell
- Schneidunterlage mind. A3-Größe
- Stahl-Lineal
- Filz-Rakel
- Vektor-Zeichenprogramm wie CorelDraw oder Inkscape
Was wird benötigt?
Der größte Posten ist natürlich der Schneideplotter. Die gibt es als einfache Neugeräte bereits ab etwa 300 bis 400 Euro zu kaufen, für kleine Formate kommt man manchmal mit 200 Euro aus. In dieser Preiskategorie gibt es auch schon gebrauchte Profi-Geräte, die neu gern über 1000 Euro kosten – dafür aber auch ungleich robuster aufgebaut sind.
Gehen Sie davon aus, dass bei einem kommerziell „abgerockten“ Plotter einige Verschleißteile auszutauschen sind und eine gründliche Reinigung (zum Beispiel der Gummi-Andruckrollen) ansteht. Für unseren 30 Jahre alten Plotter Summacut 620, einem Kleinanzeigen-Schnäppchen, gab es zum Glück immer noch Ersatzteile – etwa die Schneidleiste, die dem Messerkopf als Unterlage dient. Die antike RS-232-Schnittstelle haben wir mit einem USB-Seriell-Adapter modernisiert. Neue Geräte sind dagegen generell mit einer USB-Schnittstelle ausgerüstet.
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