Jugendschutz-Filter im ISDN-Proxy
Von der Bundesprüfstelle indizierte Webinhalte werden ab nächster Woche erstmals in eine kommerzielle Internet-Zugangssoftware integriert.
Die Liste indizierter Webinhalte der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften wird ab nächster Woche erstmals in eine kommerzielle Internetsoftware integriert. Der Datenkommunikations-Spezialist AVM vertreibt die Filterliste zusammen mit seinem Programm KEN!, mit dessen Hilfe kleinere Netzwerke ein ISDN- oder ADSL-Modem gemeinsam nutzen können.
Die Liste der Bundesprüfstelle enthält derzeit rund 500 Links zu Webseiten, die von der Bundesbehörde als jugendgefährdend eingestuft wurden. Dazu gehören unter anderem Gewaltdarstellungen, rassistische und nationalsozialistische Inhalte und Porno-Angebote. Ein einzelnes Update der Liste kostet 10 Mark, im Jahresabonnement mit monatlicher Aktualisierung werden 100 Mark fällig. Die Bundesprüfstelle vertreibt ihre Informationen bisher vor allem in gedruckter Form und als PDF-Datei. Nur einzelne Sparkassen und Unternehmen beziehen bislang die indizierten Websiten als spezielle Datei, um ihre Inhalte-Filter einfach aktualisieren zu können.
Nach Ansicht von AVM könne der Einsatz herkömmlicher Filterprogramme den "Missbrauch nur unzulänglich verhindern". Nach Aktivierung der Schutzfunktion sperrt Ken! dagegen anhand der Liste der Bundesprüfstelle den Zugang zu den verzeichneten Links. Angekündigt hatte AVM diese Funktion bereits auf der CeBIT 2001; damals hieß es, die entsprechende Version 2.0 von Ken! werde Ende Juni auf den Markt kommen. (hod)