Beim Neuwagen nicht auf das ESP verzichten

Viele Autos besitzen serienmäßig ein ESP. Doch in den kleineren Wagenklassen verbreitet sich das System bislang schleppend. Die Experten von EurotaxSchwacke warnen vor falscher Sparsamkeit, die sich später rächt

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Von
  • rhi

Maintal, 15. Oktober 2008 – Aktive und passive Sicherheit spielen im Automobilbau eine immer größere Rolle. Airbags und ABS sind heute bereits fester Standard, nicht jedoch der elektronische Schleuderschutz ESP. Nach EU-Plänen sollen ab 2012 alle Neuwagen serienmäßig ein ESP aufweisen. Doch wie sieht es derzeit aus? Eurotax Schwacke ist dieser Frage nachgegangen.

Fast vorbildlich sind die ESP-Ausstattungsquoten ab dem Segment der Mittelklasse. Auch die untere Mittelklasse, zu der Modelle wie der VW Golf zählen, weist bereits Einbauraten von über 90 Prozent auf, ebenso wie die Kompaktvans. Ähnliche Zahlen hatte der Autozulieferer Bosch bereits für das Jahr 2007 ermittelt. Kaum verändert zeigt sich die ESP-Problematik in den kleineren Klassen, die insbesondere bei Fahranfängern und jungen Familien mit Kindern beliebt sind. Bei den Kleinstwagen ist die Zahl der serienmäßig mit ESP verkauften Autos inzwischen zwar auf 37 Prozent angestiegen, zudem können immerhin 27 Prozent aller Modelle optional mit der Technik ausgerüstet werden. Allerdings liegen die Aufpreise bei bis zu 750 Euro, sodass Käufer in dieser preissensiblen Klasse versucht sein können, darauf zu verzichten. Stark verbessert hat sich die Lage dagegen bei den Kleinwagen: Hier ist inzwischen nur noch für 15 Prozent aller Fahrzeuge gar kein ESP zu haben.

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Bekannt wurde das ESP im Jahr 1997 durch den "Elchtest" der Mercedes A-Klasse.

Eurotax Schwacke kritisiert den Umstand, dass gerade für hoch bauende Kleinstwagen kein ESP angeboten wird oder nur zu deftigen Aufpreisen im Paket erhältlich ist. Doch ein Verzicht kann sich beim Wiederverkauf des Autos rächen. Nach Ansicht der Experten von Eurotax Schwacke werden Modelle ohne ESP es dann schwer haben, zumal die kommende ESP-Pflicht die Wahrnehmung potenzieller Käufer beeinflussen wird. Auch Versicherungen dürften sich in Zukunft bei der Berechnung ihrer Prämien nach der Sicherheitsausstattung des Fahrzeugs richten. Den Autokäufern wird daher dringend angeraten, auch schon an den Wiederverkauf zu denken. (rh)