Sony investiert in LCDs für Mobilgeräte
Sony investiert 83 Millionen Dollar in die Fertigung von Low Temperature Polysilizium-Displays.
Sony will über 83 Millionen US-Dollar in das japanische Unternehmen ST Liquid Crystal Display investieren. Die ST LCD ist im Oktober 97 als Joint Venture von Sony mit Toyota Automatic Loom Works gegründet worden und hat sich auf die Fertigung von Low Temperature Polysilizium Panels (LTPS) spezialisiert. Mit der Finanzspritze soll eine zweite Produktionsstraße gebaut werden, wodurch sich die Fertigungskapazität der ST LCD von 12.000 auf 32.000 Muttergläser pro Monat erhöht. Die so genannten Muttergläser sind die Basis für jedes LCD, aus ihnen werden die einzelnen Displays herausgeschnitten; ST LCD nutzt 600 mm × 720 mm große Gläser.
LTPS-Diplays besitzen eine größere Elektronenbeweglichkeit als herkömmliche TFT-Displays, weshalb die Treiberlogik zur Ansteuerung des LCD direkt auf dem Panel untergebracht werden kann; normalerweise sitzt diese als separate Platine an der eigentlichen Anzeigeeinheit. Zudem haben LTPS-LCDs einen geringeren Energieverbrauch und kürzere Schaltzeiten. Deshalb und angesichts ihrer kompakten Bauweise empfehlen sich die Displays vor allem für mobile Anwendungen, beispielsweise in PDAs, Handys, Digitalkameras oder im Automobil. Sony nutzt LTPS-Displays bereits in seinen Digital- und Videokameras.
Anfang des Jahres hatten auch Toshiba und Matsushita ein Joint Venture zur Fertigung von LTPS-Displays in Singapur bekannt gegeben. Das mit 431 Millionen US-Dollar angeschobene Unternehmen, an dem Toshiba mit 67 Prozent und Matsushita mit 33 Prozent beteiligt ist, soll im Juli 2002 die Produktion aufnehmen und durch weitere Investitionen bis 2003 jeden Monat 55.000 Muttergläser (Größe: 730 mm × 920 mm) verarbeiten. Toshiba hat die LTPS-Technologie federführend entwickelt und als erstes Unternehmen solche Displays gezeigt. (uk)