Infineon setzt Hoffnungen auf Chipkarten und Autoelektronik

Infineon setzt angesichts des schwierigen Halbleitermarktes seine Hoffnungen in diesem Jahr auf Chipkarten und Autoelektronik.

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  • dpa

Infineon setzt angesichts des schwierigen Halbleitermarktes seine Hoffnungen in diesem Jahr auf Chipkarten und Autoelektronik. "Wir sind zuversichtlich, dass wir in diesen Bereichen unsere Umsätze und Margen gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern können", sagte Vorstandschef Ulrich Schumacher am heutigen Freitag in Stuttgart auf der ersten Hauptversammlung der ehemaligen Siemens-Sparte. Das Wachstum für mobile Kommunikation habe sich hingegen deutlich abgeschwächt. "Prognosen für die weitere Marktentwicklung sind hier derzeit schwierig", meinte Schumacher. Er erwarte aber für den Mobilfunk und sowie für die Speicherprodukte im PC-Markt in der zweiten Jahreshälfte wieder eine steigende Nachfrage.

Schumacher zog eine positive Bilanz für das junge Unternehmen: "Infineon hat sich innerhalb von zwei Jahren von einem wenig bekannten Geschäftsbereich der Siemens AG zu einem der schnellst wachsenden weltweiten Top-Ten-Unternehmen der Halbleiterindustrie entwickelt." Der Aktienkurs habe seit dem Börsengang am 13. März 2000 besser abgeschnitten als die Papiere der Wettbewerber. Ein Sprecher der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) sagte, er habe bei der Ausgabe der Volksaktie "Warnhinweise" auf die starken Schwankungen des Halbleitermarktes vermisst. Die Aktionäre hätten angesichts der unsicheren Entwicklung für Technologiewerte inzwischen "das Zittern gelernt".

Der Aktionärsvertreter kritisierte auch den neuen Aktienoptionsplan, der auf der Hauptversammlung zur Abstimmung stand. Mit der Senkung der Ausübungshürde auf 105 Prozent des Ausgabekurses "beglückt sich das Management selbst". Stattdessen sollten sich die Anstrengungen auf eine Steigerung des Kurses konzentrieren. Schumacher betonte, dass der bisherige Optionsplan international nicht konkurrenzfähig sei. Den Aktionären wurde auf der Hauptversammlung die Auszahlung einer einmaligen Dividende in Höhe von 0,65 Euro je Stückaktie vorgeschlagen. Der Infineon-Kurs stieg bis zum Freitagnachmittag um 1,22 Prozent auf 42,30 Euro.

Schumacher sagte, Infineon werde auch in Zukunft auf den Kommunikationsmarkt für Mobiltelefone sowie optische Netzwerke und Internet-Zugang setzen. Bei Sicherheitssystemen wie zum Beispiel Chipkarten sei Infineon Weltmarktführer, mit Halbleiter-Technologien für Auto und Industrie die Nummer zwei. Das seit September kränkelnde Geschäft mit Speicherchips blieb im ersten Quartal trotz Einbußen die umsatzstärkste Sparte des Unternehmens.

Auf der Hauptversammlung waren knapp drei Viertel des stimmberechtigten Kapitals vertreten. Die Siemens AG hält noch 71 Prozent der Anteile. (dpa) / (jk)