AOL zeigt Interesse an Napster

AOL Time Warner kündigte Interesse an der Musiktauschbörse Napster an.

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Von
  • Daniel LĂĽders

AOL Time Warner kündigte Interesse an der Musiktauschbörse Napster an. "Wir unterzeichnen einen Vertrag mit Napster, wenn sie ein Copyright-Schutz-System haben", sagte Gerry Levin, Generaldirektor von AOL Time Warner, in einem Online-Interview der britischen BBC. Zurzeit gebe es ein derartiges System aber noch nicht.

Die weitere Entwicklung des Internet-Musikmarkts ist derzeit ungewiss. Am vergangenen Dienstag hatte Richterin Marilyn Hall Patel in San Francisco per einstweiliger Verfügung angeordnet, dass die US- Internet-Tauschbörse Napster alle geschützten Titel aus dem Angebot nehmen muss. Durch ein Berufungsverfahren konnte Napster zwar seine Schließung verhindern, aber es tauschen inzwischen schon weitere Rechtsstreitigkeiten auf.

Ab Sommer könnte sich der Musiktausch dann endgültig zum Musikgeschäft für die Mediengiganten entwickeln: Napster will ab Juli die kostenpflichtige Mitgliedschaft einführen. Musikfans sollen für eine monatliche Gebühr zwischen zehn und zwanzig Mark Titel über die Napster-Software bei anderen Mitgliedern herunterladen können. Die Bertelsmann eCommerce Group (BeCG), der größte Investor bei Napster, und die Bertelsmann-Tochter Digital World Services (DWS) entwickeln zusammen mit der Tauschbörse die neue Software, mit der die Zahlung von Honoraren an Künstler möglich werden soll. Das neue Geschäftsmodell werde alle juristischen Bedingungen erfüllen, hatte Bertelsmann betont.

Neben dem Napster-Partner Bertelsmann und dem neuen Interessenten AOL Time Warner kann sich auch der französische Mischkonzern Vivendi/Universal eine Kooperation mit der Tauschbörse vorstellen, sobald Napster den kostenpflichtigen Abonnenten-Service eingerichtet hat. Bleibt nur noch abzuwarten, ob sich die User auf dieses neue Modell dann einlassen werden. (dal)