8-Bit-Melodien aus dem Handy
"Nanoloop" war der erste Echtzeit-Sound-Editor fĂĽr den Gameboy in den Neunzigern. Genauso viel Retro-Charme bietet die gleichnamige Smartphone-App.
(Bild: ume software, SP)
- Cosima Ermert
Beim ersten Öffnen steht der Nutzer ziemlich allein da. Auf einer 4x4-Matrix hüpft ein grauer Marker kommentarlos von Feld zu Feld, daneben zahllose Knöpfe. Die hinter einem Fragezeichen verborgene Kurzanleitung reißt die Funktionen nur knapp an. Erst nachdem man sich mit YouTube-Tutorials in die Bedienung eingefuchst hat, offenbart sich Nanoloops breites Funktionsspektrum.
Das Grundprinzip ist simpel: Melodien und Rhythmen werden auf der Matrix, einem sogenannten Pattern, komponiert. Töne kann ich durch Tippen auf den 16 Matrixfeldern platzieren. Sie erklingen, wenn der wandernde graue Marker das jeweilige Feld erreicht. Für bis zu acht verschiedene Kanäle lassen sich je acht Patterns entwerfen und anschließend mit Loops oder dem Arrangement-Tool zusammenstellen. Der Klang jedes Kanals ist individuell regulierbar. Auch importierte Klänge und kurze Aufnahmen sind möglich.
Tools zum Transponieren, Oktavieren und Effekte wie Panning und Fade machen die Anwendung zum hochwertigen Sequenzer. Fertige Kompositionen lassen sich exportieren. Was kompliziert klingt, sollte Musik-Laien nicht abschrecken. Auch sie können schnell kleine Stücke erstellen. Um das ganze Potenzial der App ausschöpfen zu können, ist musikalisches Basiswissen jedoch empfehlenswert. Nanoloop kostet für Android 3,59 Euro, für iOS 4,49 Euro. Auf dem Smartphone ist die Bedienung recht fummelig, es empfiehlt sich ein Tablet.
Produkt: Nanoloop
Preis: 3,59 / 4,49 Euro (Android / iOS)
Hersteller: ume software, SP
(bsc)