Fiberdays19: Kooperationen und Tiefbaubörse für den Glasfaserausbau

Die Branche weiß: Der Netzausbau geht nur gemeinsam. Eine Tiefbaubörse soll nun Angebot und Nachfrage beim Netzleitungstiefbau zusammenbringen.

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Fiberdays 19: Kooperationen und Tiefbaubörse für den Glasfaserausbau

Flaschenhals Kabelleitungstiefbau: Eine Börse soll Angebot und Nachfrage effizient zusammenbringen.

(Bild: heise online/vbr)

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Mit dem Auftakt der Fachmesse Fiberdays19 startet der Branchenverband Breko seine neue Tiefbaubörse, die Netzbetreiber und Bauunternehmen zusammenbringt. "Ich freue mich, dass wir die Tiefbaubörse auf die Messe bringen können, um Engpässe zu überwinden", sagte Breko-Präsident Norbert Westfal zur Eröffnung am Mittwoch in Wiesbaden.

Die neue Börse soll aus Sicht des Verbands dabei helfen, "das Problem stark begrenzter Tiefbauressourcen und immer weiter steigender Tiefbaupreise" zu mindern.

Breko-Präsident Norbert Westfal eröffnet die Messe.

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Die Tiefbaubörse soll eine Plattform sein, auf der Netzbetreiber mit Ausbauvorhaben "auch kurzfristig" vorhandene Tiefbaukapazitäten von Bauunternehmen abrufen können. Der Breko möchte damit unter anderem die Lücken nutzen, die bei großen Tiefbauunternehmen zwischen Großprojekten entstehen und die möglicherweise für ein begrenztes, regionales Ausbauprojekt genutzt werden können.

In Wiesbaden kommen Netzbetreiber und Baubranche direkt zusammen. Bauunternehmen wie Strabag oder Leonhard Weiss nehmen an der Glasfasermesse teil. Im Anschluss soll eine webbasierte Auftragsbörse weitergeführt werden, auf der Netzbetreiber ihre Ausbauvorhaben ankündigen und konkrete Ausbauprojekte einstellen können. Auf der anderen Seite können Tiefbauunternehmen kurzfristig freiwerdende Ressourcen bekanntgeben.

Die Branche beklagt schon lange die immer knapper werdenden Ressourcen beim Kabelleitungstiefbau. Die Tiefbauer sind generell gut ausgelastet und es gibt nicht viele Unternehmen, die auf Kabelleitungstiefbau spezialisiert sind. "Hier haben wir Engpässe", sagte Breko-Chef Stephan Albers. Die im Zuge des Breitbandausbaus steigende Nachfrage trägt auch zur Preissteigerung bei: Einer Stude des WIK-Instituts zufolge sind die Tiefbaukosten für Netzbetreiber den vergangenen zwei Jahren um rund ein Drittel gestiegen.

Inzwischen hat sich in der Branche die Erkenntnis durchgesetzt, dass der flächendeckende Glasfaserausbau nur miteinander geht. Bevor neue Netze in die Erde gebracht werden können, müssen alte Gräben zwischen dem Ex-Monopolisten und seinen Wettbewerbern – zumindest teilweise – zugeschüttet werden. "Es kann kein Einzelner allein schaffen", sagt Westfal, der auch Geschäftsführer der Netzbetreibers EWE Tel ist. "Der Glasfaserausbau ist eine Gemeinschaftsaufgabe."

Kooperationsbeauftragter der Telekom: Dido Blankenburg.

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Auch die Telekom wünscht sich mehr Zusammenarbeit, sagte Dido Blankenburg, Telekom-Vorstandsbeauftragter Breitbandkooperationen in Wiesbaden. Der Bonner Konzern arbeitet im Norden mit EWE zusammen. Das Joint Venture "Glasfaser NordWest" soll dort Glasfaseranschlüsse ausbauen. "Wir brauchen noch die Genehmigung vom Bundeskartellamt und eine Regulierungsfreigabe der Bundesnetzagentur", sagte Blankenburg. Für ähnliche Kooperationen schlägt die Telekom ein neues dreistufiges Modell vor: einer baut, einer betreibt und oben drauf können alle zu gleichen Bedingungen ihre Dienste anbieten.

Die Fiberdays – bisher Breko Glasfasermesse – ist eine Fachmesse für die Netzbranche. 2019 findet sie nach Mainz, Darmstadt und Frankfurt zum ersten Mal in Wiesbaden statt und soll dort auch in den kommenden vier Jahren bleiben, sagte Albers. Über 160 Aussteller zeigen ihre Produkte und Dienstleistungen. Begleitet wird die Messe von einem Konferenzprogramm. Der Verband als Veranstalter des Branchentreffs rechnet mit rund 3000 Besuchern. (vbr)