Astronaut Matthias Maurer über Maker-Technik für den Mondflug

In Köln-Wahn entsteht eine Forschungsstation, die nicht nur 3D-Druck und Virtual Reality unter die Lupe nimmt, sondern Raumfahrt zum Mitmachen ermöglicht.

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Das Deep Space Gateway der NASA soll künftig den Mond umkreisen und als Ausgangsstation für tiefere Reisen in den Weltraum dienen.

Das Deep Space Gateway der NASA soll künftig den Mond umkreisen und als Ausgangsstation für tiefere Reisen in den Weltraum dienen.

Lesezeit: 27 Min.
Von
  • Kathrin Grannemann
Inhaltsverzeichnis

Leuchtend bunter Teppich und offene Arbeitsbereiche in einem Großraumbüro der Europäischen Weltraumagentur ESA in Köln: Hier arbeitet man daran, einen Makerspace zu entwickeln, in dem neue Technik für Weltraumreisen ausprobiert wird. Auch Universitäten und Forschungseinrichtungen wirken mit. Künftig sollen sich interessierte Maker beteiligen können. Bisher sind die Informationen aber noch rar gesät, dabei wurde das Projekt bereits 2016 als „Spaceship“ vorgestellt. Um das zu ändern, will ich hier den deutschen Astronauten Matthias Maurer interviewen, der beim Projektstart dabei war. Vorher treffe ich Aidan Cowley, der als Science Officer im Astronautenzentrum der ESA forscht und das Spaceship mit aufbaut. Aktuell gibt es nur wenige Paper und Präsentationen, die öffentlich zugänglich sind. „Wir wollen das langsam mal ändern.“

Rein technisch gesehen handelt es sich um ein multidisziplinäres Team, in dem akademisches Fachwissen gebündelt und für zukünftige Weltraumforschung nutzbar gemacht werden soll. Studierende kommen aus verschiedenen europäischen Ländern und arbeiten je nach Studienthema und Forschungsauftrag mehrere Monate in Köln. Dort haben sie Zugriff auf ESA-Experten sowie Speziallabore und Werkstätten. Geforscht wird an allem, was mit der Eroberung des Weltalls zu tun hat: von Materialforschung über Robotik bis hin zur Energieproduktion. „Wir schauen uns an, was die Zukunft bringen könnte, was nach der ISS kommt. Die Frage ist auch, wofür das Astronautenzentrum nach den ISS-Missionen genutzt und wie es erweitert werden kann.“ Ein Vorteil: Im Spaceship können Technologien im Kleinen getestet werden, die später umfangreich im Weltraum zum Einsatz kommen.

Matthias Maurer
Maker-Technik für den Mondflug

Matthias Maurer ist der neueste deutsche Astronaut der europäischen Weltraumagentur ESA. Er studierte Materialwissenschaft und Werkstofftechnik in Deutschland, Frankreich, Spanien und in Großbritannien. Erfahrungen hat er auch in den Lebenswissenschaften: Im Zivildienst wurde er zum Rettungssanitäter ausgebildet und finanzierte sich später so sein Studium. Seit 2010 arbeitet er bei der ESA und unterstützte zunächst aus dem Astronautencenter die Crews in der Umlaufbahn. 2014 nahm er an einem CAVES-Training der ESA teil und verbrachte zwei Wochen in Höhlen auf Sardinien. Während der NASA-Unterwasser-Missionssimulation NEEMO arbeitete er 2016 weitere zwei Wochen in einem Unterwasserlabor. Wann er das erste Mal in Weltraum fliegt, steht derzeit noch nicht fest.

Ein Beispiel ist der 3D-Druck. Cowley führt mich über verschiedene Treppen in den Keller des Astronautenzentrums, wo es aussieht, als hätte man einfach mal einen Lastwagen voll Material und Technik abgeladen. In der hintersten Ecke stehen verschiedene 3D-Drucker sowie eine Mikrowelle. Neben klassischem Thermoplastik wird dort mit Material gearbeitet, das in ähnlicher Form auf Mond und Mars zu finden sein könnte, das sogenannte Regolith. Denn im All bekommt Nachhaltigkeit eine neue Dimension. „Wenn man das Beste aus der Zeit auf Mond oder Mars machen will, muss man mit den Dingen arbeiten, die dort vorhanden sind“, erläutert Cowley.

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