Gehackte Behörden-Telefone sorgen für 188.000 Euro Schaden

Manipulierte Telefone von Behörden in Niedersachsen riefen kostenpflichtige Mehrwertnummern im Ausland an. Nun erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage.

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Telefon

(Bild: dpa, Marc Müller/Symbolbild)

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Durch gehackte Telefone ist dem Land Niedersachsen ein Schaden in Höhe von insgesamt 188.000 Euro entstanden. Die Zentralstelle für die Verfolgung der Internet- und Computerkriminalität bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück hat jetzt zwei Anklagen gegen einen 34-jährigen Mann erhoben, der in einem Zeitraum von acht Monaten in 17 Fällen Telefonanlagen von Behörden und anderen Institutionen angegriffen haben soll.

Der Angeklagte habe die Telefone so manipuliert, dass sie automatisch kostenpflichtige Mehrwertnummern in verschiedenen Staaten in Afrika, in Mittel- und Südamerika anriefen. Die geknackten Zugangs-Codes der Telefonanlagen habe er an weitere Mittäter einer internationalen Gruppe weitergegeben, berichtet die Staatsanwaltschaft Osnabrück.

Der Angeklagte mit Wohnsitz in Rom soll laut den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von der Gesamthöhe des entstandenen Schadens einen Betrag von ungefähr 3000 Euro für sich behalten haben. Die Taten des Beschuldigten sind von der Staatsanwaltschaft als banden- und gewerbsmäßiger Computerbetrug und als Ausspähen von Daten eingestuft worden und fanden im Zeitraum vom Juli 2015 bis Februar 2016 statt. Ein Termin für die Verhandlung steht noch nicht fest. (bme)