Spotify: Mehr als 100 Millionen zahlende Nutzer und trotzdem rote Zahlen

Spotify hat die Marke von 100 Millionen zahlenden Nutzern weltweit erreicht. Unterm Strich steht jedoch ein Minus von 142 Millionen Euro.

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Spotify

(Bild: dpa, Britta Pedersen)

Lesezeit: 3 Min.

Der Musikstreaming-Dienst Spotify hat die Marke von 100 Millionen zahlenden Abo-Kunden geknackt. Allerdings weist das Unternehmen im ersten Quartal einen Verlust von 142 Millionen Euro aus. Wie schon in den Vorquartalen bleibt es bei roten Zahlen, obwohl der Umsatz in Vergleich zum Vorjahr um 33 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro gestiegen ist. Das teilte Spotify am Montag mit. Im Vorjahresquartal hatte Spotify noch einen Verlust von 169 Millionen Euro bei etwa 75 Millionen Premium-Abonnenten eingefahren.

Spotify hatte zum Endes des ersten Geschäftsquartals, das bereits am 30. März endete, rund 100 Millionen Abo-Kunden. Zusammen mit den Nutzern der Gratis-Version von Spotify sind das monatlich etwa 217 Millionen aktive Nutzer. Im Jahresvergleich konnte Spotify die Anzahl seiner Premium-Kunden um 32 Prozent steigern. Allein in den vergangenen drei Monaten hatte das Unternehmen etwa vier Millionen zahlende Kunden hinzugewinnen können.

Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres will Spotify die Nutzerzahl des Premium-Abos auf 127 Millionen Kunden steigern. Insgesamt sollen es dann 265 Millionen aktive Nutzer sein, heißt es in dem Ausblick von Spotify. Bereits im zweiten Quartal sollen die operativen Verluste geringer ausfallen. Spotify gibt hier einen Wert zwischen 15 und 95 Millionen Euro an.

Der durchschnittliche Umsatz ist im ersten Quartal von 4,89 auf 4,71 Euro geschrumpft. Grund dafür soll unter anderem sein, dass Kunden auf günstigere Familien- und Studenten-Abos zurückgreifen.

Neues Wachstum soll künftig im Podcast-Markt erzielt werden, sagte Spotify-Chef Daniel Ek. Spotify hatte dazu drei Podcast-Unternehmen gekauft, darunter die Produktionsfirma Gimlet sowie Achor, ein Unternehmen das eine App für die Aufnahme und den Vertrieb von Podcasts anbietet. Dafür hatte Spotify insgesamt 358 Millionen US-Dollar investiert. Wie Ek bereits Anfang Februar angekündigt hatte, sollen 2019 noch weitere Investitionen in diesem Bereich dazukommen. Die Aktie legte nach Bekanntgabe der Zahlen um etwa vier Prozent beziehungsweise 5 Euro pro Anteilsschein auf 128,50 Euro zu.

Die Nummer zwei im Musikstreaming-Markt, Apple Music soll auf über 50 Millionen Nutzer weltweit kommen und schneller wachsen als Spotify. In den USA hätte Apple Music den Konkurrenten Spotify hinsichtlich der Anzahl zahlender Kunden bereits im Februar 2019 überholt. Wie das Wall Street Journal berichtete, hätte Apple Music in den USA 28 Millionen zahlende Kunden, Spotify jedoch nur 26 Millionen Premium-Abonnenten. (olb)