Kritik an MP3.com-Übernahme wächst

Die Übernahme des Internet-Musikhändler MP3.com durch den französischen Medienkonzern Vivendi wirft bei Analysten kritische Fragen auf.

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Von
  • Daniel Lüders

Die Übernahme des Internet-Musikhändler MP3.com durch den französischen Medienkonzern Vivendi stößt zunehmend auf Kritik. So argwöhnt etwa die Handelsorganisation Digital Media Association, dass die großen Konzerne ihre Geldreserven benutzen, "um kleineren Online-Unternehmen die Chance zu nehmen, am Markt Fuß zu fassen".

Vor neun Monaten hatte Vivendi zusammen mit anderen Plattenfirmen das Online-Unternehmen MP3.com durch einen Prozess 53,4 Millionen US-Dollar nachträgliche Lizenzzahlungen abgerungen und damit die Firma fast an den Rand des Ruins gebracht. Jetzt werden Stimmen lauter, die davon ausgehen, Vivendi habe aus reinem Kalkül prozessiert, um den Konkurrenten zum Schnäppchenpreis schlucken zu können. "Noch vor neun Monaten waren Vivendi und MP3.com erbitterte Feinde im Streit um Urheberrechte." Vivendis Transaktion zeige nun, wie stark das Interesse der Musik-Industrie am wachsenden Online-Markt wirklich ist, sagte Phil Leigh, Vize-Präsident bei Raymond Lee & Associates, in einem Gespräch mit SiliconValley.com.

Vivendi erhält durch den Deal mit MP3.com jetzt die Technologie, um seine Pläne bezüglich der Erschließung des Internet-Marktes schneller verwirklichen zu können. Senior Analyst Aram Sinnreich von Jupiter Research meinte dazu: "Vivendi bezahlt in Wirklichkeit nur für das Vertrauen, das MP3.com bei anderen Firmen in diesem Bereich genießt". (dal)