Euro-Prüfverfahren mit nationalen Eigenheiten
In einem internationalen Projekt versuchen Wissenschaftler die Leitfähigkeits-Messverfahren zu vereinheitlichen, die zur Erkennung von Euro-Münzen dienen.
Bis zur Einführung des Euro als Zahlungsmittel sind es nur noch acht Monate. Der Countdown läuft also für Softwarehersteller, die ihren eurofähigen Programmversionen bis dahin den letzten Schliff verleihen möchten. Doch nicht nur der virtuelle Euro erfordert Anpassungen: ab 1. Januar 2002 müssen Münzautomaten in allen Euro-Ländern die neuen Geldstücke richtig erkennen. Dazu benötigen Fahrkarten- , Kaffee- und Kaugummiautomaten neue Münzprüfgeräte, die auf Euro- und Centmünzen unabhängig vom Herstellungsland korrekt reagieren.
In einem Bericht des Verbands der Deutschen Automatenindustrie (VDAI) wird auf die Möglichkeit hingewiesen, Euro-Münzen bereits jetzt zu Testzwecken auszuleihen, "damit die im Feld befindlichen Münzprüfgeräte auf Euro nachprogrammiert werden können, soweit sie DM und Euro gleichzeitig verkraften". Doch wie unterscheidet ein Prüfgerät einen echten Euro von falschen Münzen? Eine wichtige Kenngröße ist die Leitfähigkeit, die Rückschlüsse auf mechanische Festigkeit, Reinheit und Legierungszustand ermöglicht.
In einem internationalen Projekt stießen Wissenschaftler nun darauf, dass regional unterschiedliche Verfahren zum Messen der Leitfähigkeit eingesetzt werden. In der am Projekt beteiligten Braunschweiger Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) misst man mit einem Gleichstromverfahren. Die ebenfalls gebräuchliche Wechselstrommethode liefert bei gleichen Testobjekten abweichende Ergebnisse. Peter Warnecke von der PTB betont die Notwendigkeit, die Leitfähigkeits-Messungen international zu vereinheitlichen. Dies sei für Hersteller von Leitfähigkeitsmessgeräten wichtig, da die fehlende Übereinstimmung ein wesentliches Handelshemmnis darstelle.
Die Euro-Herstellung hat indes schon längst begonnen: Nach Abschluß der Probeprägungen gingen im zweiten Quartal 1999 einzelne Euro-Münzstückelungen in Serie. Die "Inverkehrgabe" des Euro-Bargelds in Deutschland wird in einem Konzept der Bundesbank festgelegt. Darin stehen auch genaue Angaben zur "vorzeitigen Abgabe von Euro-Münzhaushaltsmischungen (Starter Kits)" ab dem 17.12.2001. Der Wert für die Leitfähigkeit des Euro dagegen ist so geheim, dass selbst Mess-Spezialist Warnecke dazu keine Angaben machen konnte. (dwi)