Downsizing – das geht ja gar nicht!

Verkleinern, abspecken, weniger fürs Geld, Minimalauto – mit Trabbi und Käfer konnte man doch auch von A nach B gelangen. Will das jemand? Und kann das im Land der Premium-Auto-Hersteller überhaupt jemand wollen?

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Von
  • Gernot Goppelt
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Verkleinern, abspecken, weniger fürs Geld, Minimalauto – mit Trabbi und Käfer konnte man doch auch von A nach B gelangen. Will das jemand? Und kann das im Land der Premium-Auto-Hersteller überhaupt jemand wollen?

Doch, natürlich wollen wir das – zumindest wollen wir mittlerweile alle sparsamere, effizientere Motorisierungen – aber nicht mit dem Makel, zu etwas Geringerem greifen zu müssen, uns zu verschlechtern. Das Wachstum der Fahrzeuge selbst, also die stets größeren neuen Modelle in jeder Klasse, ist ein Indiz dafür. Wenn schon ein neues Auto, dann soll es ein bisschen mehr Platz und Komfort, ein paar PS mehr, ein wenig neuen Elektronik-Schnickschnack haben.

Downsizing – das geht ja gar nicht! (3 Bilder)

Kaum zu glauben, hinter dem mächtigen Kühlergrill des Ford Explorer America steckt ein für amerikanische Verhältnisse kleiner Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum.

Ich vermag nicht zu entscheiden, ob uns die Autohersteller das so anerzogen haben oder ob sie damit nur einem tief im Käufer verwurzelten Wunsch folgen. Bei mir jedenfalls hat der Mechanismus vom ersten Auto an bestens funktioniert. Und so habe ich auch volles Verständnis dafür, dass ein V6-Fan zunächst das Gesicht verzieht, wenn ihm jemand stattdessen den gleichen Wagen mit gleich starkem 4-Zylinder-Motor schmackhaft machen möchte. Der denkt nämlich im Regelfall zuerst an knurrende Kompressoren oder fiepende Turbolader und überhaupt an ein bis zum Anschlag ausgequetschtes Aggregat, dem man die innere Qual ständig anmerkt. Und genau solch eine Annahme legt ein Begriff wie Downsizing auch nahe.

Jedoch ist gerade Downsizing, also die effizientere Ausnutzung möglichst kleiner Motoren, ein praktikabler Weg zur CO2-Senkung, die dem Fahrer ja schließlich auch eine niedrigere Spritrechnung verspricht. Und im Grunde wird das schon lange praktiziert, denn die Liter-Leistung von Benzin- und Dieselmotoren steigt beständig. Wo die Hersteller einst 6 Zylinder und mindestens 2,5 Liter Hubraum brauchten, um einem Dieselmotor 150 PS abzuringen, bringt es heute ein leichterer, reibungsärmerer 4-Zylinder-Diesel mit 2 Litern Hubraum locker auf 170 PS bei deutlich niedrigerem Verbrauch.