Grundlagen des Offline-Designs für Apps

Jeder User ist mal offline. Frustfreie Apps dürfen dann nicht spinnen oder einfach streiken.

In Pocket speichern vorlesen Druckansicht 51 Kommentare lesen
Susanna Zaraysky zeigt wichtige Icons

Susanna Zaraysky zeigt auf der Google I/O 2019 die wichtigsten Icons für den Offline-Modus von Android-Apps.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Lesezeit: 3 Min.

Beim Design von Apps gilt es, auch für den Offline-Fall vorzubauen. WLAN und Mobilfunk können nicht verfügbar oder unerschwinglich sein. Und immer mehr User haben zuhause keinen klassischen Internetanschluss. Susanna Zaraysky, bei Google mit Inhaltestrategien befasst, hat auf der Entwicklerkonferenz Google I/O die wichtigsten Ratschläge präsentiert.

Sie legt App-Designern ans Herz, klar anzuzeigen, was vorbeugend heruntergeladen werden kann, sowie wenn die Datenverbindung fehlt. Dabei sollten sowohl übliche Icons, etwa die durchgestrichene Wolke, als auch Text ("Kein Internet") verwendet werden.

Ist das Gerät offline, sollte das nicht das Ende der Fahnenstange sein. Das Frustpotenzial wird reduziert, wenn mitgeteilt wird, welche Funktionen zur Verfügung stehen – selbst wenn es nur App-Einstellungen und die Rückmeldefunktion (zur späteren Übertragung an den App-Betreiber) sind. Eine gute Idee ist auch, den Nutzer darüber zu informieren, wie er in Zukunft vorbeugen kann, etwa in dem er bestimmte Daten zur lokalen Speicherung herunterlädt.

Darüber hinaus macht es einen schlanken Fuß, einen eigenen Bereich für Offline-Einstellungen und vorbeugende Downloads anzubieten, sowie einen Bereich, wo der User bereits Heruntergeladenes sehen und beispielsweise löschen kann. Wichtig ist, vor dem Download deutlich einzublenden, wie groß die angebotene Datei ist.

Userfreundlich ist zudem die Option "nur über WLAN herunterladen" einzurichten. Der schnellste Weg für einen App-Betreiber, sich unbeliebt zu machen, sind unerwartete Kosten. Und während des Downloads gehört eine Animation über den Downloadfortschritt zum guten Ton.

Bei manchen Apps drängt sich überdies eine Auswahlmöglichkeit zwischen hochauflösenden und Datenvolumen-schonenden Inhalten auf. In diesem Zusammenhang sind zwei neue API bei Android Q von Interesse. Über sie kann bei 5G-Handys einerseits die anhand des Signal-Rausch-Verhältnisses vorausgeschätzte Bandbreite der Mobilfunkverbindung, andererseits der Abrechnungsmodus (Flatrate oder Abrechnung nach Datenvolumen) abgefragt werden. In manchen Mobilfunkmärkten sind Tarife üblich, in denen der Abrechnungsmodus von der Tageszeit abhängt, weil beispielsweise zu Nachtstunden eine Flatrate gilt.

Diese Informationen können dann das Verhalten der App beeinflussen: Beispielsweise kann die Videoqualität schon von Beginn an der wahrscheinlich verfügbaren Bandbreite angepasst werden. Und bei Flatrates könnten mehr Daten auf Verdacht gecachet werden, als wenn der Kunde für die zusätzlichen Megabyte bezahlen muss.

Zur Google I/O 2019 siehe auch:

(ds)