US-Behörden zerschlagen großen Kinderpornoring

Die US-Behörden haben einen Kinderpornoring zerschlagen, der an 250.000 Kunden weltweit Videos und Fotos lieferte.

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Von
  • dpa

Die US-Behörden haben nach einer fast zwei Jahre andauernden geheimen Operation einen großen internationalen Kinderpornoring zerschlagen. Dies gab der US-Justizminister John Ashcroft am Mittwoch auf einer Pressekonferenz bekannt. Man habe den Machenschaften der Firma Landslide ein Ende gesetzt, die kinderpornografische Videos und Bilder über das Internet verkaufte, sagte Ashcroft. Nach Angaben der leitenden Staatsanwältin Terri Moore waren auch Bilder darunter, die Vergewaltigungen von Kindern durch Erwachsene zeigen.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen, an denen der Inspektionsdienst der US-Post maßgeblich beteiligt war, stand die Firma Landslide Incorporated in Fort Worth (Texas). Landslide vertrieb Kinderpornografie unter anderem aus Russland und Indonesien. Die Inhaber der Firma, Thomas und Janice Reedy, wurden bereits am Montag von einem Bundesgericht in Fort Worth wegen Verbreitung von Kinderpornografie zu hohen Haftstrafen verurteilt. Der 38-jährige Thomas Reedy erhielt lebenslänglich, seine 33-jährige Ehefrau 14 Jahre Gefängnis.

Das Ehepaar soll mit seinem Internet-Geschäft innerhalb von zwei Jahren mehr als eine Million Dollar verdient haben. Die Reedys arbeiteten für eine internationale Kinderpornografie-Bande. Landslide soll nach Angaben der Polizei weltweit mindestens 250.000 Kunden haben, die rund 30 Dollar Beitrag pro Monat zahlten. Anhand von beschlagnahmten Kundenlisten und von Kreditkartennummern konnten die Fahnder jetzt auch gegen Kunden vorgehen. Die Webmaster der Pornoseiten, ein Indonesier und ein Russe, sind flüchtig. Ihre Strafverfolgung dürfte wegen unterschiedlicher Gesetze schwierig werden, hieß es.

Der Besitz von Kinderpornografie ist in den USA ein Delikt, das nach Bundesgesetzen verfolgt wird. Bei den nach Bundesrecht verhängten Gefängnisstrafen gibt es keine vorzeitige Begnadigung. Die Staatsanwältin Moore sagte der Presse, sie hoffe, dass die hohen Haftstrafen abschreckend wirkten. Die Verurteilten seien durch das Elend von Kindern reich geworden. (dpa)/ (daa)