Netzwerk mit RĂĽckenwind

Das Ethernet hat sich aufgemacht, um in norddeutschen Windparks eine neue Wirkungsstätte zu finden.

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Von
  • Thorsten Dambeck

Das Ethernet wird jetzt auch bei der Vernetzung von Windkraftanlagen eingesetzt. Im norddeutschen Windpark Emlichheim in der Nähe der holländischen Grenze wurden elf Windkraftanlagen vernetzt, um eine Überwachung und bedarfsgerechte Steuerung der Windkraftanlagen zu ermöglichen. Der Park wurde von Yello geplant und von Enron-Wind realisiert.

Die US-amerikanische Firma NetSilicon hat über einen Fast-Ethernet-Backbone die Anlagen mit einer Übertragungsrate von 100 MBit/s auf Glasfaserbasis vernetzt. So kann zum Beispiel die Kommunikation zwischen der Netzübergabestation und der Steuerung der Windräder in Echtzeit durchgeführt werden, teilte die Firma mit. Damit sei die Ausregelung des cos Phi zwischen Wirkleistung und Blindleistung der Windenergieanlagen kein Problem.

Auch die Telefonie wird ĂĽber die gleichen Lichtwellenleiter wie der Datenverkehr abgewickelt. Gleichzeitig werden auch Daten der einzelnen Anlagen und Messsysteme in dasselbe Netz eingespeist und zur zentralen Leitwarte sowie zur Hersteller-Servicestation ĂĽbertragen. Die eingesetzten Ethernet-Switches schalten bei Leitungs- oder Komponentenausfall auf Ausweichverbindungen um.

Mit dem starken Ausbau der Windenergie in Deutschland wird der Zugriff auf die elektrischen Größen der einzelnen Windparks zunehmend wichtiger, kommentiert Windkraftexperte Thomas Neumann vom Deutschen Windenergie-Institut in Wilhelmshaven gegenüber heise online die Windpark-Vernetzung. "Mit etwa 24 Prozent Anteil an der Stromversorgung Schleswig-Holsteins und rund 8 Prozent der Versorgung in Niedersachsen ist die Windenergie mittlerweile ein wichtiger Energieträger", betont Neumann. (thd)