Deutsche Bank nach T-Aktien-Verkäufen am Pranger
Die Deutsche Bank muss sich wegen ihres Vorgehens beim Handel mit Telekom-Aktien scharfe Kritik gefallen lassen.
Die Deutsche Bank muss sich wegen ihres Vorgehens beim Handel mit Telekom-Aktien scharfe Kritik gefallen lassen. Politiker der Regierungskoalition drohten der Großbank mit einer Prüfung durch die Börsenaufsicht. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Werner Schulz, bezeichnete die Transaktion als einen "Schlag ins Gesicht der Kleinaktionäre". Der finanzpolitische Sprecher der SPD, Joachim Poß, sagte der Bild-Zeitung, der Gesetzgeber müsse überlegen, wie er Anleger besser vor solchen Aktionen schützt.
Die Deutsche Bank hatte am Dienstag dieser Woche im Auftrag 44 Millionen T-Aktien verkauft und nur einen Tag zuvor dasselbe Papier Anlegern zum Kauf empfohlen. Als Kurziel bis zum Jahresende wurde dabei die Marke von 31 Euro genannt. Gestern kam es erneut zu Verkäufen in großen Stückzahlen. Nach Vermutungen von Insidern steht auch hinter dieser Transaktion die Deutsche Bank. Der Kurs der T-Aktie war bereits am Dienstag unter Druck geraten und ist gestern auf den tiefsten Stand seit Oktober 1998 gesunken.
Mittlerweile schießen auch die Analysten und Fonds-Mangager mit scharfer Munition auf das Bankhaus. Der Deutschen Bank fehle "offensichtlich die Sensibilität für die politische Bedeutung dieser Angelegenheit", rügte Adig-Fonds-Manager Klaus Breil in der Welt. "Das Vertrauen in die T-Aktie ist jetzt endgültig hin", zitiert dieselbe Zeitung einen weiteren Manager. (em)