Alcatel-Manager: Mehr Frauen für Computer-Berufe werben
Trotz der Entlassungswelle in den Technologiebranchen sollten nach Ansicht eines Alcatel-Managers mehr Frauen für Computer-Berufe geworben werden.
Trotz der Entlassungswelle in den Technologiebranchen sollten nach Ansicht eines Alcatel-Managers mehr Frauen für Computer-Berufe geworben werden. "In den Bereichen Entwicklung, Marketing, Vertrieb und E-Commerce werden nach wie vor Fachkräfte gesucht", sagte Gottfried Dutine, Geschäftsführer der Alcatel Deutschland GmbH, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Es sollten nicht nur ausländische Fachkräfte nach Deutschland geholt, sondern gezielt weibliche Experten ausgebildet werden.
"Bei Frauen gibt es ein höheres Potenzial, und das müssen wir nutzen", sagte Dutine, der im Rahmen der Initiative D21 von Bundesregierung und Wirtschaft für die Frauenförderung zuständig ist. Allerdings seien falsche Vorstellungen über Berufe in der Informationstechnologie (IT) weit verbreitet. "Das Klischee ist immer noch der Software-Hacker, der nachts am Rechner sitzt", berichtete Dutine. Außerdem entstehe durch die derzeitige Krise in der Branche der falsche Eindruck, dass eine IT-Karriere sich nicht lohne.
Bei der deutschen Tochter des französischen Telekom-Ausrüsters Alcatel seien 2001 in Kooperation mit dem Berufsakademie-Studiengang IT von 28 Studenten 16 Frauen eingestellt worden. In der Elektrotechnik liege die Quote immerhin bei einem Viertel, sagte Dutine. Mit dem so genannten "Girls' Day" will das Unternehmen junge Mädchen in informationstechnische Berufe hineinschnuppern lassen. Die Aufstiegschancen seien gut: Zum Beispiel werde der Bereich Vermittlungstechnik bei Alcatel von einer Frau geleitet.
Durch die immer wichtigere Zusammenarbeit mit Zulieferern und Dienstleistern zum Beispiel bei der dritten Mobilfunkgeneration UMTS würden Teamfähigkeit und Kreativität zu entscheidenden Faktoren. Oft verfügten Frauen eher als Männer über solche Qualifikationen. Ein weiteres Argument seien die Kunden der Unternehmen. "Die IT-Industrie muss künftig stärkere Rücksicht auf die Bedürfnisse der Konsumenten nehmen", sagte Dutine. "Und die Hälfte der Konsumenten sind nun einmal Frauen." (dpa) / (se)