Biotechnologie fĂĽr die US-Armee

Ein Wissenschaftsbericht des US-Militärs lotet das Potential aus, das die biotechnologische Forschung für das Militär des Jahres 2025 bereithält.

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Von
  • Florian Rötzer

Da die Vorbereitung auf einen künftigen Krieg besonders die Abwehr von C- und B-Waffen im Auge hat, ist die Gentechnik ein wesentlicher Schwerpunkt des Berichts des Board on Army Science and Technology (BAST). Besondere Priorität gilt der Forschung in folgenden Bereichen: dreidimensionale Speicher, sich selbst erneuernde Systeme für die Wundheilung, Schocktherapie und genetisch veränderte Impfstoffe. Medikamente, die auf die genetische Biologie eines Individuums zugeschnitten sind, sollen eine optimale Therapie und Prophylaxe bei chemischen und biologischen Kampfstoffe garantieren. Mittels des genetischen Profiling sollen die Auswirkungen individueller genetischer Elemente auf Krankheit und Gesundheit festgestellt werden, um dann Wirkstoffe zu entwickeln, die den einzelnen Genotypen geradezu maßgeschneidert sind.

Glaubt man dem Bericht, so wird der Krieg der Zukunft mit minimalem logistischen Aufwand und intelligentem Gerät fast ferngesteuert ablaufen. Biocomputer, die den Extrembedingungen eines Krieges mühelos standhalten, der Natur abgeschaute neue Materialien für intelligente Textilien, die Wärme und Feuchtigkeit selbst regulieren und sich auch farblich jeder Umgebung sofort anpassen. Biodiesel, der an der Front erzeugt werden kann, Heilverfahren, die Verletzungen und Brüche im Nu heilen lassen. Sensoren, Elektronik und Computer, Materialien, Logistik und Heilverfahren, das sind die fünf übergreifenden Kategorien, zu denen der Bericht die Entwicklungen ausbreitet, die das Füllhorn der Biotechnologien für das Militär bereithält.

"Kleiner und leichter" lautet die Devise. Die Soldaten des Jahres 2025, mit allen Mitteln auf Hochleistung getrimmt, sollen künftig unabhängig voneinander operieren, in kleinen Einheiten mit einem Minimum an direkter logistischer Unterstützung. Während früher Dutzende von Soldaten pro Kilometer Front gebraucht wurden, sollen es künftig nur noch ein bis zwei Soldaten sein.

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