Toyota testet Plug-in-Hybride mit Lithium-Ionen-Batterien
In London und Paris fahren schon seit 2007 Plug-in-Hybride von Toyota. Ende des Jahren startet Toyota einen neuen Praxistest – diesmal mit Lithium-Ionen-Batterien an Bord
- Gernot Goppelt
Köln, 19. März 2009 – Toyota startet Ende 2009 einen weiteren Feldversuch in der Region Straßburg, um Plug-in-Hybride im Alltag zu testen. Gemeinsam mit dem französischen Energiekonzern Energy de France (EDF) will Toyota Erkenntnisse darüber gewinnen, wie sich die Technik im Alltag bewährt. Parallel zu dem Versuch in Frankreich will Toyota auch in Japan und den USA eine ähnliche Versuchsreihe starten.
Li-Ion statt NiMh
Plug-in-Hybride sind Hybridfahrzeuge, die an der Steckdose geladen werden, um zumindest auf einer Teilstrecke ein rein elektrisches Fahren zu ermöglichen. Bisher gibt es aber keine konkreten Erfahrungen, wie groß der Bedarf der Kunden tatsächlich ist. Je weiter desto besser, könnte man sagen, aber dann wird die Batterie zu teuer. Toyota will nun wie bereits in Paris und London Plug-in-Hybride testen, auch hier anhand des Prius, doch nun mit Lithium-Ionen-Batterien. Die seit 2007 im Feldversuch eingesetzten Prius-Modelle sind mit NiMh-Akkus unterwegs.
Toyota testet Plug-in-Hybride mit Lithium-Ionen-Batterien (2 Bilder)

Ein Plug-in-Hybrid mit NiMH-Batterien ist bereits in London und Paris unterwegs.
Eine Frage der Skalierung
Der Alltagstest soll drei Jahre dauern. Dabei geht es zum einen um die Frage, welchen Bedarf Autofahrer tatsächlich haben: Reichen 20 km elektrische Fahrbarkeit, müssen es vielleicht 50 sein? Der neue Plug-in-Prius ist laut Toyota auf etwa 25 bis 30 Kilometer ausgelegt. Welche Kapazität die Batterie hat, ist noch nicht bekannt. Es ist aber leicht nachvollziehbar, dass die richtige Skalierung des Energiespeichers ein entscheidender Punkt ist. Derzeit schätzen Fachleute die Kosten für Li-Ion-Batterien auf etwa 750 Euro Kosten pro kWh, bei NiMh kann man von etwa einem Viertel ausgehen. Vor allem bei Li-Ion ist es also ein entscheidender Unterschied, ob man mit 5 kWh auskommt oder ob es vielleicht 12 oder 15 kWh sein müssen, Werte übrigens, die für den Straßburg-Prius durchaus hinkommen könnten – offizielle Angaben gibt es bisher nicht. Lithium-Ionen-Speicher mögen wegen ihrer höheren Energiedichte und Kompaktheit zwar sinnvoll erscheinen, aber der Kunde muss sie eben auch bezahlen können.