Abgas-Manipulation: DUH fordert mehr Lkw-Kontrollen

Angesichts zahlreicher Lastwagen mit manipulierten Abgaswerten hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) strengere Kontrollen und Sanktionen gefordert. „Die Folge derzeitiger Regelungen ist: Ich verschiebe die Innovationskraft von der Technik hin zum Betrug“, sagte DUH-Chef Jürgen Resch

vorlesen Druckansicht 32 Kommentare lesen
SCR-Kat
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • dpa

Angesichts zahlreicher Lastwagen mit manipulierten Abgaswerten hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) strengere Kontrollen und Sanktionen gegen verantwortliche Transportunternehmen gefordert. „Die Folge derzeitiger Regelungen ist: Ich verschiebe die Innovationskraft von der Technik hin zum Betrug“, sagte DUH-Chef Jürgen Resch am Mittwoch (24. Juli 2019) in Berlin. Bei einer Untersuchung der Uni Heidelberg im Auftrag der DUH überschritten rund 20 Prozent der während der Fahrt gemessenen Lastwagen die geltenden Abgasstandards. Dies ist laut DUH auf einen Defekt oder auf Betrug zurückzuführen.

Die Abgasrückführung vermeidet die übermäßige Produktion von schädlichem NOx, der SCR-Katalysator reduziert die Menge im Abgas mithilfe eingespritzen Harnstoffs. Beides vermindert den Wirkungsgrad, der Verbrauch steigt.

(Bild: Twintec)

Um die Grenzwerte bei den Stickstoffoxiden (NOx) einzuhalten, führen moderne Selbstzünder einen Teil des Abgases zurück und spritzen Harnstoff in den Auspufftrakt ein. Diese Art der NOx-Reduktion geht allerdings mit einem höheren Verbrauch des teuren Kraftstoffs einher. Mit sogenannten Emulatoren, nachrüstbaren, kleinen Steuergeräten sei es ein leichtes, diese Art der Abgasreinigung zu unterbinden und nennenswerte Mengen Kraftstoff zu sparen. In modernen Lastwagen mit der Abgasnorm Euro-6 seien solche Manipulations-Geräte mit derzeitigen Kontrollen praktisch nicht nachweisbar. „Die Emulatoren sind physisch gar nicht mehr zu finden“, sagte Resch.

Für die Studie fuhren die Wissenschaftler in mit Messinstrumenten ausgestatteten Fahrzeugen für mehrere Minuten dicht hinter Lastwagen auf der Autobahn. Auf diese Weise ermittelten sie die Abgaswerte von 141 Sattelschleppern mit den Normen Euro-5 und Euro-6. Über die Jahre seien solche Tests bei Hunderten Fahrzeugen durchgeführt worden, sagte Studienleiter Denis Pöhler von der Uni Heidelberg. Solche Tests im Realbetrieb forderte Resch auch von den Behörden sowie wirkungsvolle Sanktionen gegen die Betreiber.

(fpi)