Hamburg: NaBu-Protest gegen A26-Ost
Der Nabu hält den Bau der Autobahnquerverbindung durch Hamburger Hafengebiet – A26 Ost – angesichts der Klimadiskussionen für überflüssig. Er will seine Forderungen zur Hafenquerspange vorstellen, die er auch beim Erörterungstermin der Wirtschafts- und Verkehrsbehörde einbringen will
(Bild: NordNordWest / Wikipedia CC BY-SA 3.0)
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Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hält den Bau der Autobahnquerverbindung durch Hamburger Hafengebiet – A26 Ost – angesichts der Klimadiskussionen weiterhin für überflüssig. Er will seine Forderungen zur Hafenquerspange am Montag (26. August 2019) vorstellen, die er auch bei einem offiziellen Erörterungstermin der Wirtschafts- und Verkehrsbehörde einbringen will. Der Nabu ist der Auffassung, dass Hamburg mit der 9,7 Kilometer langen Strecke sozial und ökologisch, aber auch ökonomisch hohe Risiken eingeht.
Bei dem nicht öffentlichen Erörterungstermin von mehr als 1000 Einwendungen, der Teil des Planfeststellungsverfahrens ist, geht es um den ersten Bauabschnitt vom Autobahnkreuz Süderelbe bis zur Anschlussstelle Hamburg-Hafen-Süd. Die geschätzten Gesamtkosten für alle drei Abschnitte wurden mit rund 900 Millionen Euro (Stand 2014) ermittelt, die der Bund trägt. Hamburg übernimmt Planungs- und anteilig Baukosten für Autobahnanschlüsse. Erst nach den Erörterungen kann es genehmigt werden. Die Baubehörden gehen davon aus, dass der erste Abschnitt frühestens 2020 in Angriff genommen werden kann. Es wird mit einer Bauzeit von etwa vier Jahren gerechnet.
Der Nabu weist darauf hin, dass seit fast zwei Dekaden an der Ost-West-Passage zwischen der A1 und A7 geplant werde. Jedoch hätten sich die Rahmenbedingungen deutlich verändert: Die Hafenwirtschaft stehe durch die Digitalisierung vor einer Zeitenwende, und die Ansprüche an Mobilität veränderten sich rasant und fundamental. Zudem seien die Bau- und Planungskosten erheblich gestiegen. Daher sei der volkswirtschaftliche Nutzen des Vorhabens mehr denn je fragwürdig. Nach Auffassung der Umweltschützer droht der Autobahnbau, „wertvolle ökologische Flächen im Süderelberaum zu zerstören“, und Gebiete in Wilhelmsburg mit zusätzlichem Lärm zu belasten.
Mit dem Bau der Hafenpassage wollen der Bund und die Stadt nach eigenen Angaben eine Lücke im überregionalen Bundesfernstraßennetz schließen. Der Hafen als internationale Verkehrsdrehscheibe und einer der größten Arbeitgeber in Norddeutschland könne verlässlicher erreicht werden. Die Planer gehen davon aus, dass sich die vom Verkehr erzeugten Lärm- und Schadstoffbelastungen in den städtischen Wohnquartieren entlang des Autobahnabschnitts verringern werden. 70 Prozent der Strecke seien Ingenieurbauwerke wie Brücken oder ein knapp 1,5 Kilometer langer Tunnel im Süden von Wilhelmsburg. Die Autobahn soll zwei Fahrstreifen pro Richtung erhalten.
Die Verkehrsbehörde geht davon aus, dass ohne den Bau der A26-Ost das Verkehrsaufkommen in dem Bereich künftig kaum zu bewältigen sein wird: Denn für 2030 werde allein für die Köhlbrandbrücke oder einer Nachfolgekonstruktion mit einer Zunahme um etwa 7000 auf rund 42.000 Fahrzeuge pro Tag gerechnet. 50 Prozent davon sollen auf den Schwerlastverkehr entfallen, so die Prognose. Bei der Freihafenelbbrücke würde sich der Verkehr – ohne A26-Ost – um 30 Prozent erhöhen, wie es auf einer Behörden-Website heißt. (mfz)