Sommer: Kein übereilter Börsengang von T-Mobile International
Die Deutsche Telekom will ihre Tochterfirma T-Mobile International "nicht übereilt" an die Börse bringen.
Die Deutsche Telekom will zum schnellen Abbau ihrer Schulden die Tochterfirma T-Mobile International nicht übereilt an die Börse bringen. "Wir lassen uns nicht durch die Rating-Agenturen dazu drängen", sagte er in einem Gespräch mit der Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland. Selbst wenn die Bonitätsbewertung herabgestuft werde, verursache das lediglich Zinskosten von 90 Millionen Euro pro Jahr, berichtete das Blatt in seiner Montagsausgabe. Dagegen könne ein missglückter Börsengang viel teurer werden.
Vor einigen Wochen hatte die Telekom den ursprünglich für 2000 vorgesehenen Börsengang wegen des schlechten Umfeldes auf das kommende Jahr verschoben. Mit dem Schritt an den Kapitalmarkt will die Telekom rund 10 Milliarden Euro (19,5 Milliarden Mark) erlösen. Der Telefonriese ist auf diese Mittel angewiesen, um seine Schulden von derzeit 65 Milliarden Euro – wie vorgesehen – bis Ende 2002 auf 50 Milliarden Euro abzubauen.
Ein weiterer Hebel zur Senkung der drückenden Schuldenlast ist Sommer zufolge auch die Verringerung der Investitionen. "Es gibt Spielraum bei den Investitionen, die wir zurückfahren könnten, ohne dass wir unsere Wachstumsprognosen in Gefähr brächten", unterstrich der Telekom-Chef.
Bislang nicht geeinigt hat sich die Telekom mit dem Großaktionär Hutchison Whampoa über dessen weiteres Vorgeben beim Verkauf von T-Aktien. Der frühere Anteilseigner des US-Mobilfunkbetreibers VoiceStream hatte vor einigen Wochen über die Deutsche Bank ein Paket von 44 Millionen T-Aktien verkauft und damit einen weiteren Kursrutsch ausgelöst.
Der Verkauf von Aktienpaketen sei nur ein kurzfristiges Problem. Am Jahresende sei es vom Tisch, meinte Sommer. Die Großaktionäre von VoiceStream hatten sich im Zuge der Übernahme durch die Telekom auf Haltefristen verständigt, die Anfang Dezember auslaufen. (dpa) / (wst)