E Ink plant Fabrik für papierähnliche Displays
In einer neuen Fab sollen Plastikdisplays entstehen, die sich wie eine Zeitung zusammenrollen lassen.
Die Firma E Ink will in Woburn, Massachussets, eine Halbleiterfabrik zur Herstellung biegsamer Plastikdisplays bauen. Schon im kommenden Jahr sollen Prototypen der flexiblen papierähnlichen Displays vom Band laufen. Das 1997 von MIT-Wissenschaftlern gegründete Unternehmen testete bereits vor zwei Jahren erste Prototypen ihres so genannten elektronischen Papiers in einigen Supermärkten aus, zunächst als Passiv-Matrix-Anzeigen auf starren Substraten.
Im vergangenen Jahr präsentierte E Ink dann auch ein biegsames Plastikdisplay, in dem die einzelnen Pixel von Polymertransistoren angesteuert wurden. Die flexiblen Transistoren stammen von den Bell Labs, dem Entwicklungsarm von Lucent. Im Juni dieses Jahres zeigte das Unternehmen aus Cambridge, Massachussetts, ein passiv angesteuertes Schwarzweiß-Display aus Plastik mit 80 ppi Auflösung, das einem PDA zum Bild verhalf.
Biegsames elektronisches Papier mit Siliziumtransistoren auf einer flexiblen Stahlfolie und 40 ppi Auflösung gehört ebenfalls in die Prototypensammlung des MIT-Spinoff. Im Frühjahr hatte Philips mit E Ink ein Technologietransfer-Abkommen geschlossen und sich über die Finanzspritze die Vermarktungsrechte an E-Books auf Basis des elektronischen Papiers gesichert.
Im E-Paper bewegen sich Farbpigmente, die in einer Flüssigkeit in kleinen Kügelchen schwimmen, je nach anliegender Spannung nach oben oder nach unten und erzeugen so einen schwarzen oder einen weißen Bildpunkt. Der große Vorteil des elektronischen Papiers liegt im geringen Stromverbrauch und der völlig winkelunabhängigen Darstellung. Sie soll dem Zeitungsdruck ähneln. Zudem bleiben die Kügelchen nach Wegfall der Spannung in ihrem letzten Zustand, das Display hält den Bildinhalt also ohne Versorgungspannung. Mit diesen extrem energiesparenden Eigenschaften ist E-Paper prädestiniert für mobile Geräte wie E-Books, PDAs, Handys oder auch Notebooks. Mit der neuen Fabrik will E Ink nun den nächsten großen Schritt in Richtung Serienfertigung von biegsamen Plastikdisplays gehen. Jim Juliano, Präsident und CEO des Unternehmens, beschrieb denn auch E Inks Zukunftsvision: Ein drahtloses Display, das sich anfühlt und aussieht wie Papier. (uk)