Brandheißer Biedermann: Sitzprobe im Opel Insignia

Opels Hoffnungsträger überzeugt bei unserem Besuch im Design-Center mit coupéhafter Seitenlinie und dynamischer Formensprache, die sich im Innenraum wiederfindet

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  • gh
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Rüsselsheim, 6. Juni 2008 – Im Rüsselsheimer Opel-Design-Center werden seit 1930 Autos in Form gebracht, der erste Opel GT erblickte hier das Licht der Welt. Vor 40 Jahren begann seine Produktion, und viele Opelaner werden wehmütig an jene Zeiten zurückdenken, als die Marke mit dem Biedermann-Image mit mutigem Design zu erschwinglichen Preisen Erfolge einheimsen konnte. Nun soll der Insignia die deutsche GM-Tochter zurück auf die Erfolgsspur führen. Wir hatten Gelegenheit, den Hoffnungsträger außen wie innen eingehend unter die Lupe zu nehmen.

Hochwertig soll er sein, kompakt wirken und dynamisch ins Auge springen – die Opelaner haben sich in Sachen Vectra- und Signum-Nachfolger viel vorgenommen. Schließlich soll der Konzern mit dem Wagen zurück an die Spitze, sich mit dem allgewaltigen VW Passat und dem ähnlich gut im Futter stehenden Audi A4 messen können. Und der Insignia wirkt auf uns sehr präsent, wie aus einem Guss gefertigt. Die Motorhaube fällt mit Blick auf einen verbesserten Fußgängerschutz höher als beim Vectra aus, aber mit Wölbungen und Lichtkanten haben es die Designer geschafft, diesen Zuwachs zu kaschieren. Auch die Spurbreite des neuen Wagens wächst um 50 Millimeter, von denen 30 Millimeter dem Innenraum zugutekommen. Dieser Breitenzuwachs ist ebenfalls optisch unauffällig. In der Länge wird der Insignia seinen ärgsten Konkurrenten, den VW Passat, um 22 Zentimeter überragen. Die Front ist gelungen, polierte Chromelemente setzen Akzente. Die Scheinwerfer erinnern aus bestimmten Blickwinkeln an den überarbeiteten Mercedes SL, was aber uns zumindest nicht stört.

Brandheißer Biedermann: Sitzprobe im Opel Insignia (18 Bilder)

Wie aus einem Guss: Der Opel-Vectra-Nachfolger Insignia

Die Seitenlinie des Insignia gefällt durch ihre elegante Coupéform. Aber die Design-Truppe ist vor allem auf die so genannte "Sichel" stolz. Dieser in die vorderen Seitentüren gepresste Bogen zieht sich an seinem unteren Ende bis in die Fondtüren. Dieses gestalterische Element soll Dynamik im Überfluss signalisieren – und die hat Opel angesichts schwindender Marktanteile auch bitter nötig. Konsequenterweise findet sich die Sichel-Symbolik im Inneren des Wagens an Türgriffen, Schalthebel und Zündschlüssel wieder. Die Außenspiegel sind beinahe dreieckig und widersetzen sich dem Trend, ein Blinklicht zu behergergen. Laut Opel senkt das die Kosten im Schadensfall – aber auch in der Produktion werden so Kosten gespart. Als Erlkönig versuchte der Insignia noch, mit einem dreieckigen orangenen Aufkleber ein Blinklicht vorzutäuschen. Die Serienmodelle fahren im übrigen auf 16- bis 18-Zoll-Felgen vor, 19- und 20-Zöller gibt es optional.