Polizeiaktion: 60.000 pornografische Bilder sichergestellt

Bei einer der bisher größten Aktionen gegen Kinderpornografie im Internet hat die Polizei in 19 Ländern bis zu 130 Tatverdächtige festgenommen.

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  • dpa

Bei einer der bisher größten Aktionen gegen Kinderpornografie im Internet hat heute die Polizei in 19 Ländern bis zu 130 Tatverdächtige festgenommen. Allein in Großbritannien wurden 60.000 pornografische Bilder sichergestellt. Außerdem wurden Videos und Computer beschlagnahmt. Zur Feststellung der Identität der Verdächtigen, die bestimmte Web-Seiten aufgesucht hatten, nahm die Polizei die Hilfe von Internet-Providern in Anspruch.

Vom Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden waren am Mittwoch keine Angaben zum Stand der Ermittlungen oder zu möglichen Festnahmen zu erhalten. Erst Mitte November waren bei einer vom BKA koordinierten internationalen Aktion allein in Deutschland die Wohn- und Büroräume von 80 Privatpersonen durchsucht worden. Dabei hatte es mehrere Festnahmen gegeben.

Den Verdächtigen wird zur Last gelegt, im Internet pornografische Darstellungen von Kindern verkauft oder genutzt zu haben. "Es ist traurig und erschreckend, dass wir dabei auf Tausende neuer Darstellungen von Kindesmissbrauch gestoßen sind", sagte der Leiter der britischen Ermittlungen, Inspektor Peter Spindler. "Diese kleinen Opfer müssen nun so schnell wie möglich identifiziert und geschützt werden. Wir haben auch erfahren, dass diejenigen, die das Internet für diese Zwecke missbrauchen, durch die jüngsten Fahndungserfolge gelernt haben, ihre Identität besser zu verbergen."

Die Festgenommenen gehören den Angaben zufolge zu 10.000 Internet-Nutzern, die in den beiden vergangenen Wochen 30 Websites mit Kinderpornografie aufgesucht haben. Der Internet-Experte der britischen Kinderhilfsorganisation NCH John Carr sagte, fast alle am Mittwoch vorgenommenen Festnahmen gingen auf Material zurück, das in bestimmten Newsgroups verbreitet worden sei. "Es ist eine absolute Schande, dass einige britische Internet-Provider immer noch leichten Zugang zu diesem Material anbieten."

An der Aktion teil nahmen die Länder Australien, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Israel, Italien, Japan, Kanada, Neuseeland, die Niederlande, Portugal, Russland, Schweden, Spanien, Südkorea, Taiwan, die Türkei und die USA. Die Aktion wurde von Interpol in Lyon koordiniert. (dpa) / (anw)