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c't-Roboterwettbewerb: zum Abschluss Cola-Servierer und Händeschüttler

Mit dem Ausgang der Systems fand auch der c't-Roboterwettbewerb seinen Abschluss. Am Freitag bildete die Disziplin "Freistil" einen Höhepunkt der Aktion.

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Von
  • Harry Siebert
  • Puchheim

Mit dem Ausgang der Datentechnikmesse Systems in München hat am Freitagabend (19.10.2001) auch der c't Roboterwettbewerb am Stand des Heise-Verlags seinen Abschluss gefunden. Der dicht gepackte Terminplan des Freitags umfasste acht Vorführungen in der "Freistil"-Disziplin sowie ab 15 Uhr die Verleihung der Preise an die besten Konstrukteure und Entwicklungsteams. Der letzte Wettbewerbstag offenbarte in kompakter Form eine besonders große Vielfalt an Ideen, technischen Konzepten, augenzwinkernden Gags und genialen Konstruktionen. Zu den Höhepunten gehörten der Getränkeservierer "JAVbot", der außer dem ersten Preis in der "Freistil"-Disziplin auch den meisten Applaus des Publikums am Vorführparcours einheimsen konnte, sowie eine sechsbeinige, servogesteuerte Roboterspinne mit mehreren einsteckbaren Gangrhythmusprogrammen und eine schattensuchende Händeschüttelmaschine.

Die insgesamt 17 Platzierungen in der "Putzbot"-Disziplin waren bereits am Donnerstagabend klar: Da es hierbei nur darauf ankam, wie weitgehend und wie schnell die Konstruktionen die Aufgabe des Müllsammelns gelöst hatten, stand die Rangfolge der elektronischen Saubermänner bereits am Donnerstag kurz vor Messeschluss fest, nach dem Antritt des letzten Kandidaten, dem Drahtbügel-Fangroboter "Doozer". Dabei hatte es an diesem für die "Roboterleute" bei Heise wohl längsten Tag des Wettbewerbs noch etliche Überraschungen gegeben – etwa den Lego-Müllsammler "Robert Sammelmann" des elfjährigen Konstrukteurs Piet Jarmatz, der nach zwei erfolglosen Läufen beim dritten Versuch in nur einer Minute und dreizehn Sekunden ein rotes Müllobjekt in die dunkelblaue "Recyclingzone" des Parcours schaffte und seinen aus Buxtehude stammenden Schöpfer damit auf Platz 5 in der "Putzbot"-Disziplin katapultierte.

In der "Freistil"-Disziplin herrschten am Freitag noch bis kurz nach 15 Uhr Spannung und Unsicherheit, denn die fünfköpfige Jury aus den c't-Redakteuren Peter Nonhoff-Arps und Peter Schmitz sowie der c't-Autorin Elisabeth Bauer und den Moderatoren Daniel Finger und Sven Oswald von Radio EINS machten sich die Wertung nicht leicht. Für jeden "Freistil"-Roboter bewerteten die Juroren die fünf Kategorien Konstruktion, Originalität der Aufgabe, Eigenaufwand, Ästhetik und Witz in unterschiedlicher Gewichtung. Am Schluss wurden die Bewertungen zusammengerechnet, woraufhin die Rangfolge schließlich auch für die Nonkonformisten unter den Robotern feststand.

Jeder der Teilnehmer in beiden Disziplinen hatte bereits direkt nach seinen Läufen als kleines Dankeschön eine Teilnahmeurkunde sowie ein c't-T-Shirt überreicht bekommen. Nach der offiziellen Verkündung des abschließenden Rankings am Freitagnachmittag durften die anwesenden Sieger ihre Preise in Empfang nehmen – vom edlen Eizo-Flachdisplay im Wert von rund 2700 Mark über die im Handel nicht erhältliche Stereo-Anlage von Samsung mit eingebauter mobiler MP3-Einheit bis hin zum "MindStorms Robotic Invention Kit" von Lego, das den Materialvorrat für neue Roboterprojekte aufstockt. Diejenigen Sieger, die am Freitagnachmittag nicht anwesend waren, erhalten ihre Preise auf dem Postweg.

Was es unter allen Teilnehmern, die auf dem Parcours am Messestand ihre Konstruktionen zeigten, nicht gegeben hat, sind Verlierer. Jedes Team und jeder einzelne Konstrukteur hat bewiesen, dass sie und er Kreativität mit technischem Verstand, fundierten Programmierkenntnissen und Durchhaltevermögen zu verbinden wussten. Schon die Teilnahme als solche war in jedem Fall ein Erfolg, den auch das stets dicht gedrängt am Messestand vertretene Publikum mit Applaus anerkannte.

Die Fernsehsendung com.p@ss wird in ihrer Sendung am heutigen Sonntag, 21. Oktober, ab 15.15 Uhr (im hessen fernsehen) eine Zusammenfassung einiger Highlights von den Teilnehmerläufen des Wettbewerbs zeigen. Einen ausführlich bebilderten Bericht wird die Ausgabe 23/2001 der c't enthalten, die ab Montag, 5. November, im Handel erhältlich sein wird.

Hier die endgültige Rangfolge beider Wettbewerbsdisziplinen:

Disziplin "Putzbot":

1. "Gupeto-Putzbot"
Gunther Orban/
Peter Müller/
Dr. Thomas Gallenkamp, Mannheim
Aufgabe voll gelöst,
alle Objekte in 3 min 26 sec

2. "Stevie Wonder"
Wolfgang Lang, Rötenbach
Aufgabe voll gelöst,
alle Objekte in 6 min 24 sec

3. "Don Quichote"
Hugo Perquin/
Ursula Gisler, CH-Altendorf
Aufgabe im 3. Durchgang gelöst,
4 Objekte in 4 min

4. "Doozer"
Martin Wicke/
Martin Proetzsch/
Malte Kiesel (AndroTec), Kaiserslautern
Aufgabe im 2. und 3. Durchgang gelöst,
3 Objekte in 3 min 59 sec

5. "Robert Sammelmann"
Piet und Werner Jarmatz, Buxtehude
Aufgabe im 3. Durchgang gelöst,
1 Objekt in 1 min 13 sec

6. "Scorpio"
Frank Illich, Ettlingen
Zielraum gefunden in 26 sec, keine Objekte

7. "Klaus-Dieter"
Andreas Jörg, Apfeltrach
Fand nicht aus Startraum heraus,
Zielraum gefunden in 42 sec, keine Objekte

8."Cleanbot Beta IV"
Pascal Gleske, Hamburg
Zielraum gefunden in 1 min 12 sec, keine Objekte

9."O-Range-Bot"
Uwe Schmidt, Berlin
Zielraum gefunden in 5 min 27 sec, keine Objekte

10. "Metabot"
Christian Winkgen/
Lars Peters/
Marcello Kehren (Metavox), Meerbusch
Fand nicht aus Startraum heraus,
vom Zielraum ausgehend wurden 5 Objekte in 6 min 58 sec gefunden

11. "Müll-Ede"
Enrico Bellmann, Dresden
Fand nicht aus Startraum heraus,
vom Zielraum ausgehend wurde 1 Objekt in 7 sec gefunden

12. "Nautilus"
Alexander Wetzel/
Sandra Folnovic, Reutlingen
Lief nur bis kurz vor den Zielraum,
konnte auch vom Zielraum ausgehend kein Objekt abliefern,
aber: hübsche, aufwendige und eigenständige Konstruktion mit Funkstrecke

13. "Daddy Longarm"
Adalbert Galgoczy/
Dominik Rath/
Guido Albrecht (Siemens-Lehrwerkstatt), Bocholt
Fand nicht aus Startraum heraus,
konnte auch vom Zielraum ausgehend kein Objekt abliefern,
aber: herausragende, aufwendige Konstruktion mit DECT-Funkstrecke,
Ultraschallsensoren und ausfahrbaren Armen

14. "Zyklobot" Ole Reinhardt/
Florian Boor, Siegen
Fand nicht aus Startraum heraus,
konnte auch vom Zielraum ausgehend kein Objekt abliefern,
aber: originelle Lösung mit fahrendem Mini-Netzwerk

15. "John Doe"
Rainer Böhm (AG mobiler Roboter), Görlitz
Fand nicht aus Startraum heraus,
konnte auch vom Zielraum ausgehend kein Objekt abliefern

16. "Der Namenlose"
Andreas Wünsche (FH Landshut), Wenig
Keine koordinierte Bewegung wegen Softwareproblem,
aber: rudimentäre Drehbewegung, aufwendige Konstruktion mit ausfahrbaren Armen

17. "Mr. Robber"
Wolfgang Draxinger, München
Lief nicht

Disziplin "Freistil":

1. "JAVbot"
J. Hartmann/
Alexander Russ/
Vesa Klumpp, Igersheim
Servier-Bot mit sehr exakt arbeitendem Arm und optischer Orientierung anhand von Reflexmarken,
hat dünnen Plastikbecher mit Cola ohne Beschädigung von einer Plattform aufgenommen,
zu einem Tablett transportiert und dort abgestellt.

2. "Robotux"
Bram Stolk, NL-Lelystad
Sprachgesteuerter Fahr-Bot mit Mini-Linux-Netz,
Sprachsynthesizerausgabe und schwenkbarem Infrarot-Sensor zur Entfernungsmessung.

3. "Arin"
Hanns Tappeiner (TU Wien), I-Lana
Sechsbeinige, servogesteuerte Roboterspinne mit verschiedenen Laufprogrammen,
Abstandssensor am Kopf.

4. "Cleanrob"
Ridha Azaiz, Fellbach
Wischroboter mit zwei Laufbändern, bespannt mit Mikrofasertüchern.

5. "MCR 1" (Mobile Camera Robot)
Jens und Ute Altenburg/
Mike Möller, Erfurt
Geländegängiger, sehr massiv gebauter, tankartiger Erkundungsroboter mit Kamera in Kopfkuppel.

6. "Suchendes Händchen"
Jan Holthusen, Hamburg
Händeschüttel-Roboter mit fischertechnik-Pneumatik-, Lego-MindStorms-
und Lego-technic-Elementen sowie Überwachungskamera und Ultraschallsensor.

7. "Kehrwerk"
Max, Sebastian und Andreas Raab, Dormitz
Schöner Dosenaufsammler mit selbstentwickeltem Holz-Elementsystem als Plattform,
geeignet zum Heranführen von Kindern an Grundlagen der Robotik.

8. "Mistviech"
Ingmar Fliege/ Frank Heinzen, Kaiserslautern
Sehr agiler Dosensucher auf kommerzieller Standardplattform,
schafft Blechdosen mit Magneten zu einer Lichtquelle und streift sie dort ab.

9. "Ill Toro"
Harry Siebert, Puchheim
Dosenkipper mit originellem Farbseparationskonzept
(psz)