„Grassoline“: Bioethanol-Kraftstoff aus Pflanzenabfällen

Sprit aus Nahrungsmitteln wie Mais ist vielleicht nicht die beste Lösung für das Kohlendioxidproblem. Bioethanol lässt sich aber auch aus Pflanzenabfällen produzieren. Dies propagiert nun General Motors

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Lake Odessa (USA), 31. Mai 2007 – Bioethanol als Kraftstoff hatte in letzter Zeit eine eher schlechte Presse – unter anderem wegen der so genannten Tortilla-Krise: Weil die US-Amerikaner ihren Biosprit aus Mais machen, sind die Preise für das Nahrungsmittel in Mexiko so stark gestiegen, dass Arme das Grundnahrungsmittel kaum mehr bezahlen können. Bioethanol aus Nahrungsmitteln ist also nicht immer der beste Weg zur Lösung des CO2-Problems. Besser hört sich an, was General Motors nun propagiert: die Herstellung aus Zellulose. Die Hintergründe erklärte der Autohersteller nun bei einer Veranstaltung in einer Zellulose-Ethanol-Fabrik in Lake Odessa im US-amerikanischen Bundesstaat Michigan.

Maisstängel, Sägespäne oder auch einfach Gras, wie es beim Rasenmähen anfällt, könnten als Zellulosequellen dienen. “Ich nenne den Zellulose-Ethanol gerne ‘grassoline’, weil er buchstäblich aus Gras gewonnen werden kann“, sagt der Biomasse-Forscher Bruce E. Dale von der Michigan State University. Das Wortspiel “Grassoline” kombiniert die englischen Wörter für Gras (grass) und Benzin (gasoline). Die Pflanzenmaterialien können ohne hohe Kosten in Zellulose-Ethanol umgewandelt werden, so GM, allerdings nicht ganz so einfach wie bei der Gewinnung aus Mais. Bei der Gewinnung aus Zellulose-Quellen muss ein Zwischenschritt eingeschoben werden, bei dem die Zellulose in Zuckermoleküle aufgespaltet wird. Dieser Schritt ist bei Mais nicht notwendig, da das Nahrungsmittel den für die Ethanolherstellung benötigten Zucker schon enthält.

„Grassoline“: Bioethanol-Kraftstoff aus Pflanzenabfällen (6 Bilder)

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