USA stehen vor Einführung einer Abwrackprämie
Laut einem Gesetzentwurf soll 3500 US-Dollar oder 4500 US-Dollar (3200 Euro) erhalten, wer ein Altauto verschrottet, das über 13 l/100 km schluckt. Käufer sparsamer WAgen werden stärker belohnt
- ssu
Washington D. C. (USA), 10. Juni 2009 – Die USA rücken einer Abwrackprämie ähnlich der in Deutschland näher. Das Abgeordnetenhaus stimmte am 9. Juni einem entsprechenden Gesetzentwurf zu, mit dem rund eine Million Altfahrzeuge durch neuere, spritsparende Modelle ersetzt werden sollen.
Die US-Regierung erhofft sich durch das auf ein Jahr angelegte, rund 4 Milliarden US-Dollar teure Programm "Cash for Clunkers" ("Bares für Rostlauben") neben einer Ankurbelung der Autoverkäufe auch eine Senkung des Ölverbrauchs und der Schadstoffemissionen. Für das Gesetz stimmten 298 Abgeordnete, 119 votierten dagegen, zwei enthielten sich. Der Senat muss ebenfalls noch zustimmen.
USA stehen vor Einführung einer Abwrackprämie (2 Bilder)

Bedrohte Dinos
Mehr Prämie bei weniger Verbrauch
Autokäufer sollen je nach Spritersparnis des Neufahrzeugs Gutscheine über 3500 US-Dollar (2490 Euro) oder 4500 US-Dollar (3200 Euro) erhalten. Das alte Auto muss laut US-Gesetzentwurf mindestens ein Jahr auf den Namen seines Besitzers zugelassen sein und mehr als umgerechnet rund 13 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen – das neue Fahrzeug muss deutlich weniger Sprit konsumieren. Die Altfahrzeuge müssen wie in Deutschland verschrottet werden.
Hierzulande fehlen vergleichbare Anreize, gezielt Spritfresser durch sparsame Autos zu ersetzen: In Deutschland wäre es möglich, neun oder mehr Jahre alte Knauserer vom Schlage eines VW Lupo 3L oder Audi A2 zu verschrotten und durch einen durstigen Neuwagen zu ersetzen – die "Umweltprämie" für diese Entscheidung wäre mit 2500 Euro genauso hoch wie in dem Fall, dass das Neufahrzeug weniger schluckt als der Altwagen.