Software-Anbieter USU und Openshop fusionieren

Beide Firmen weisen Verluste aus; der E-Commerce-Spezialist Openshop will rund 30 Prozent der Mitarbeiter entlassen.

vorlesen Druckansicht 12 Kommentare lesen
Lesezeit: 3 Min.
Von
  • dpa

Die Software-Anbieter USU und Openshop wollen fusionieren. Vor Jahresende werde die Openshop Holding AG der USU AG ein Ăśbernahmeangebot unterbreiten, teilten die Unternehmen am Donnerstag mit. "Wir erwarten im kommenden Jahr Synergieeffekte von rund 10 Millionen Euro", sagte ein USU-Sprecher. Die am Neuen Markt notierten Firmen gaben zudem einen Quartalsverlust bekannt; Openshop habe einen Personalabbau der 165 Mitarbeiter um rund 30 Prozent eingeleitet.

Die Übernahme solle durch den Tausch von Aktien erfolgen. Demnach erhalten USU-Aktionäre für fünf Aktien sieben Papiere von Openshop; dieses Angebot sei mit der Übernahmekommission abgestimmt, das Tauschverhältnis sei bereits gebilligt worden. Der USU-Mehrheitsaktionär und Vorstandsvorsitzende Udo Strehl werde dem Tauschangebot zustimmen. Nach Angaben einer Sprecherin beabsichtige Openshop, durch die Fusion für seine E-Business-Plattformen einen Zugang zu den USU-Kunden zu erhalten. "Ferner werden wir vom Knowledge-Management der USU AG -- also von der intelligenten Archivierung von Wissen und Betriebs-Know-how auf Datenbanken, die anderen zur Verfügung gestellt werden -- profitieren. Diesen Bereich decken wir bislang nicht ab", sagte die Sprecherin.

Wie der USU-Sprecher sagte, erhofft sich das Unternehmen durch den Zusammenschluss Konvergenzen in den Wachstumsmärkten E-Business und IT-Controlling. "Für die Fusion spricht auch die ausgezeichnete Cash-Position von Openshop", sagte er. Openshop hat nach eigenen Angaben eine Eigenkapitalquote von 94 Prozent. Wie beide Sprecher bestätigten, wird der Zusammenschluss Mitte nächsten Jahres abgeschlossen. Der neue Sitz des Unternehmens, das zunächst USU-Openshop AG heißen soll, werde in Möglingen sein. Nach den Worten des USU-Sprechers bleibe der Ulmer Sitz von Openshop zwar bestehen. Er werde aber verkleinert. Mit weiterem Personalabbau in der Verwaltung und im Service sei zu rechnen. Die Sprecherin des Ulmer Software-Anbieters bestritt weitere Entlassungen. "Wir haben bereits 30 Prozent unserer Mitarbeiter gekündigt. Ein weiterer Stellenabbau ist nicht konkret geplant", sagte sie.

Die Openshop-Gruppe erzielte im dritten Quartal mit einen Umsatz von 0,7 Millionen Euro einen Fehlbetrag von 4,5 Millionen Euro. Der Umsatz der ersten neun Monate lag bei 3,6 Millionen Euro, der Fehlbetrag bei 15,7 Millionen Euro. Der Auftragsbestand sei zum 30. 9. deutlich auf 1,6 Millionen Euro gesteigert worden. Die Ergebnisse der USU AG lagen im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2001/02 nach Unternehmensangaben wie erwartet bei einem Fehlbetrag von 1,38 Millionen Euro. Der Umsatz sei gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent auf 16,82 Millionen Euro gestiegen. Der Vorstand gehe davon aus, dass die konjunkturelle Abschwächung die Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr beeinträchtigen werde. Man erwarte ein deutlich verlangsamtes Umsatzwachstum und ein schwächeres Ergebnis. Der Vorstand erwarte dennoch, im vierten Quartal die Gewinnschwelle auf Quartalsbasis zu erreichen. (dpa) / (jk)